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tete er an den General Palarea ein Schreiben, worin er überabermalige Hinschlachtung der Seinigen sich beschwerte unddrohete, im Wiederholungsfälle von jenen Siebenhundert eineverhältnißmäßige Zahl zu erschießen. Am 30. Mai aber nahmer bei Banon 1200 Mann von der Solenne Valdez gefangenund gab ihnen Allen Pardon, und als er am 2S. Juni in Al-coriza eindrang, führte er die Besatzung gleichfalls gefangen fort,nur die Nationalen erschießend. — Diese wie die VoluntariosRealistas waren nach dem Gesetze stets vom Pardon ausge-schlossen : wer kriegen will, trete in die Armee ein. — Von dendreißig Frauen, die ferner für seiner Mutter Tod sterben sollten,ward keine einzige geopfert.
Und das that derselbe Cabrera, der in Wogen menschlichenBlutes sich badete,' der mit wollüstigem Vergnügen das Todes-zucken seiner Schlachtopfer sah!
Niedrig mißbrauchten die revolutionären Blatter von Madriddas Privilegium, ohne Widerspruch Alles sagen zu können, wasPartheigeist ihnen eingeben mochte. Ohne Zweifel sind auch inAragon viele Thaten geschehen, die außerhalb Spanien unerhörtscheinen würden; unter den besondern Verhältnissen des Bürger-,des Guerrilla-Krieges wurden sie zur traurigen Nothwendigkeit,da hohe Strenge allein Erfolg möglich machte, während Repres-salien gerecht und durch die Pflicht vorgeschrieben waren. VorAllem darf nicht übersehen werden, daß die Christines durchempörende Ausschweifungen und kaltblütige Metzeleien die Rache-Acte hervorriefen, die sie so wohl zu schildern wußten, wahrenddie zehnfach blutigen und schändenden Aufreizungen ganz uner-wähnt blieben.
Cabrera war strenge, oft hart, weil er nur so durchsetzenkonnte, was er als nothwendig und, gerecht erkannt: der ge-ringste Mangel an Gehorsam ward beim Bürger und Bauerwie beim Soldaten mit unausbleiblichem Tode bestraft; erkannte das Volk, mit dem er zu schaffen hatte. Vorzüglich lit-