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zig entwaffnete Carlisten, mehr oder weniger schwer verwundet, !nach demselben gebracht, und täglich liefen Nachrichten von §Mordthaten ein, welche in der Umgegend vorgefallen waren.
Ich glaube, mich selten gefürchtet zu haben; aber als ich zumerstenmale wieder die Straßen von Terucl betrat, konnte ichdas Gefühl der Furcht nicht überwinden und warf fortwährendscheue Blicke nach allen Seiten. Schrecklich ist der Gedanke,nach so vielen überstandenen Gefahren und nach dem Schlüssedes Krieges zu fallen — durch Mord!
Vorsichtiger gemacht marschirte ich nun mit einem Convoywegen schwerer Wunden nach den Bädern bestimmter Christinesnach Valencia ab. Während das Volk/ eben dasselbe, welchesuns, da wir bewaffnet und siegreich das Land durchzogen, stetsmit Jubel aufgenommen hatte, nach dem Blute der Wehrlosenlechzete, übten die Krieger, verstümmelt im Kampfe mit denCarlisten, — zwei von ihnen waren im Scharmützel mit meinereigenen Streifparthie verwundet — die zarteste Rücksicht gegenmich aus und verfluchten die Feigen, welche, so lange der Kriegwüthete, unthätig hinter ihren Mauern sich versteckt hatten undnun ihren Patriotismus durch gefahrlose Insulte und Morddarzuthun suchten. Ja, eben diesen verwundeten Feinden dankteich wiederholt das Leben. Der wahre Soldat, wenn auch wildund blutdürstig in der Aufregung des Kampfes, wird nie demmit Muth unterliegenden Gegner Achtung und Bewunderungversagen.
Schon in Segorve war ich kaum einigen Erbärmlichen ent-gangen, die unter dem Verwände, mich nach meinem Logis zuführen, in die abgelegensten Theile der Stadt mich lockten.Ihr Glaube, daß ich den valencianischen Dialect nicht verstehe,rettete mich. In Murviedro aber am 3k. Juli erkannten micheinige Nationalgardisten, da ich früher als Kriegsgefangenerdort gewesen war; zum Glück bemerkte ich ihr Nachschleichen,ihre lauernden Blicke und das drohende Geflüster, mit dem sie