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Des Schweizerlands Geschichte für das Schweizervolk / von Heinrich Zschokke
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dem deutschen Reich und den Engländern, stritt wider Frank-reich , weil die Könige von Spanien und Preußen schon Frie-den eingegangen waren. Und in wenigen Monaten und invielen Schlachten (im Jahr 1797) überwand Bonaparte dieganze Macht Oesterreichs, schlug und erschreckte Italien voneinem Ende zum andern, nahm die gesammte Lombardei,und zwang auch den Kaiser, Frieden zu machen. Die Lom-bardei erhob er dann zu einem eigenen freien Staat, ge-nannt Cisalpinien.

Da dies im angrenzendenVeltlin,Cläv en und Wor msdie Unterthanen des Bündnerlandes sahen, wollten sie viellieber freie Bürger von Cisalpinien sein, als arme Unter-thanen der Bündner bleiben. Denn ihre vielen Beschwerdenund Klagen waren selten erhört worden. Bonaparte sprachaber zu den Bündnern:So ihr diesen Leuten die Freiheitgebet,^euch an Rechten gleich, mögen sie eure Mitbürgersein und bei euch bleiben. Ich ertheile euch Frist; bedenketes und sendet dann zu mir nach Mailand."

Doch im Bündnerlande konnten sich die Parteien derHerren nicht verstehen, und viele von der Partei der Salisschrien:Die Veltliner entweder als Unterthanen, oder garnicht bei uns!" Wie nun die letzte Frist zur Antwortverstrichen war, ward Bonaparte voller Verdruß und Un-geduld , und verband Veltlin, Clären und Worms mit Cis-alpinien (22. Okt. 1797). Alles Eigenthum der Bündnerin diesen Landen ist alsbald eingezogen und verschleudert wor-den. Das machte in Bünden viele reiche Geschlechter arm.

So ward die alte Grenze des Schweizerlandes ungerechterWeise geschmälert; vier Wochen nachher auch derjenige Theildes Bisthums Basel zu Frankreich geschlagen, der bishernoch, wegen seiner Verbindungen mit der Schweiz, geschontworden war. Darüber entstand unter den Eidsgenossen großeBestürzung. Aber noch größeres Unglück dräuete. Dennauch im Kanton Basel murrte das Volk laut wider dieStadt; im Aargau regten sich einige Städte für ihre alt-