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Des Schweizerlands Geschichte für das Schweizervolk / von Heinrich Zschokke
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hatten; wieder Andere beargwohnten Bern sogar, es habeselber die Polenschaar ins Land gerufen, sich ihrer gegen dieunruhigen Patrizier, oder gegen benachbarte Kantone zu be-dienen, welche den Staatsveränderungen der Schweiz abholdgeblieben waren.

«7.

Bruch des Landfriedens. Die Tagsatzungstellt die Ruhe her.

(Im Zahr 1833.)

Mittlerweile lag der Entwurf einer neuen Bundesurkundevollendet. Er ward verbreitet, auf daß die Völkerschaftender Schweiz Annahme oder Verwerfung derselben entscheidensollten. In Erwartung dessen eröffnete in Zürich die Tag-satzung ihre ordentlichen Sitzungen (1. Juli) mit altüblicherFeierlichkeit. Gleichzeitig aber standen auch wieder inSchw y zdie Vollmächtigen des Sarnervereins beisammen. Nie warenVersöhnung und Eintracht aller Etdsgenosscn mehr vonnöthen,als in Tagen, da es um Begründung ihres neuen Bundes,zu thun war; nie schien die Erfüllung des Wunsches ent-fernter. Doch auf Graubündens Ruf boten noch einmaldie Eidsgenossen den abgesonderten Ständen Hand zum Frie-den und zu freundlicher Schlichtung des Streits zwischen in-nern und äußern Bezirken von Schwyz, so wie zwischenStadt und Landschaft Basel. Der Tag der Vermittlungward (auf 5. August) wirklich anberaumt. Alle Ständeverhießen Sendung von Abgeordnete»; selbst die Genossendes Sarnerbundes. Doch diesen galt es wohl kein Ernst.

Denn als im Kanton Luzern das Volk, aufgeschrecktund verwirrt vom Wehgeschrei unmäßiger Freiheitsfreunde,vereint mit dem Wehgeschrei von Mönchen und Priestern,die vorgelegte Bundesurkunde verworfen hatte (7. Juli), er-