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Des Schweizerlands Geschichte für das Schweizervolk / von Heinrich Zschokke
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hoben plötzlich alle Widersacher der neuen Zustände freudigihr Haupt mit stolzerem Muth. Die ehemalige Leitsamkeitdes Volks zeigte sich den ehemaligen Führern desselben nochunvcrloren. Darum neue Hoffnungen, neue Entwürfe zurWiederverjüngung des Herrnthums. Keine Versöhnung, keineVergleichung! Das Frciheitswerk müsse wieder in Schuttzusammenstürzen; ein Gewaltstoß genüge dazu. Eilbotenflogen her und hin. Stille Waffnung in Schwyz; emsigeresRüsten in Basel. Schon war der Tag der großen Ver-mittlerversammlung vor der Thür.

Da zogen, unter Geläut der Sturmglocken, in einerSommernacht (vom 30. zum 31. Juli) 600 streitbare Männervon Schwyz, mit schwerem Geschütz, aus, und besetztenKüsnacht am Waldstättersee, den äußeren Bezirken desKantons angehörig. Sie führten Gefangene hinweg; ver-höhnten Luzerns Abmahnung, und drohten ihres kriegerischenZuges Fortsetzung. Aber von Luzern 1000 Mann raschin Waffen an den Grenzen, hemmten den Fortgang. DieTagsatzung in Zürich vernahm (1. August) den vermessenenBruch des Landfriedens. Ihre Langmuth war erschöpft. Siebot 20 Bataillone auf, unter Anführung beigeordneter Voll-mächtigen und erfahrner Feldherren, Schwyz zu besetzen;kündigte die Versammlung der Vermittler ab und sprach ineinem Aufruf über das Werk des Frevels zur Nation. EinSchrei des Zorns ging über Schwyz durch alle Thäler.Die eidgenössischen Schlachthaufen eilten freudig, das Gebotder höchsten Landesbehörden zu vollstrecken.

Dirs kaum gethan, lief drei Tage später Botschaft einvon einem mörderischen Ausfall der Baseler gegen die frei-erklärte Landschaft des Kantons. Mit 1600 Mann undzwölf Feuerschlünden waren Bürgerschaft und Besatzungnächtlicher Weile aufgebrochen (3. August); gegen Muttenzgedrungen. Dann hatten sie mordbrennertsch Pratteln inFlammen gesetzt, Wehrlose getödtet und von Gefechten zuGefechten den Zug gegen Liestal begonnen. Aber schon am

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