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Ein kurzes, aber genaues bibliographisches Handbuchder Geschichte unseres Vaterlandes scheint also nützlich undist wirklich zur Nothwendigkeit geworden ; ob aber derVerfasser des vorliegenden Buches seiner Aufgabe gehörigentsprochen habe, kann der Leser nicht bloss aus demGebrauche ersehen, sondern er muss sich die Mühe geben,folgende Zeilen über die Veranlassung dieser Arbeit undüber die darin befolgten Grundsätze ruhig und unparteiischzu lesen.
Im Jahre 1845 machte ich auf Autorisation des da-maligen Ministers des öffentlichen Unterrichts, Herrn Grafenvon Salvandy, eine historische und literarische dreimonat-liche Ferienreise in einigen Kantonen der Schweiz. DieEmpfehlungen an den damaligen französischen BotschafterHerrn Grafen von Pontois und an viele Staatskanzleiender verschiedenen Kantone öffneten mir überall Thür undThor. Nach meiner Rückkehr musste dem Minister überdie Reise Bericht erstattet werden. So erschien 1846 meinRapport in doppelter Ausgabe. Mein Zweck war damals,in Frankreich unsere Geschichte bekannter zu machen;besonders aber den Franzosen haarscharf zu beweisen,dass auch sie,' was übrigens schon Herr Michelet nach-gewiesen halte, für ihre eigene Geschichte noch garVieles aus den schweizerischen Büchern, Bibliotheken undArchiven zu lernen hätten. Die Sache mundete dem Ministerund im Jahre 1847 kam es zu einer zweiten solchen Ferien-reise, aber natürlich ohne < diplomatische Empfehlung anden französischen Botschafter; denn der Krieg gegen denSonderbund stand vor der Thüre. Nach meiner Rückkehrarbeitete ich an einer neuen vergrösserten Ausgabe meinesRapport’s, welche 1848 erscheinen und, auf Genehmigungdes Ministers hin, schon damals dem Hocliw. P. Gail Moreldedicirt werden sollte. Da kam die unerwartete Republik ;