darauf das Gewitter der Junitage , welches meinen fran-zösischen Patriotismus furchtbar abkühlte. So erbat ichmir denn und erhielt von meinem Chef dem ConservateurAdministrateur der Sorbonne am 10. Juli 1848 einenUrlaub 'bis auf den 1. September und reiste den 20. Julinach der Schweiz. Am 25. Juli ward mir der Urlaub bisauf den 16. Oktober verlängert; aber am 24. Augusterhielt ich in Bern ein Schreiben vom 18., worin derMinister mir befehlen liess, am 20. meinen Dienst wiederzu übernehmen. Diess war unmöglich und ich schicktesogleich meine Entlassung ein. Somit ward ich wiederfrei und konnte an meine neue Bearbeitung des Berichtesan Salvandy ernstlich gehen.
Den Rath aber, nach so vielen in Paris von mir inVerbindung mit einigen Freunden herausgegebenen undvon der Universität autorisirten Schulausgaben griechischerClassiker, endlich einmal im Schweizerischen Vaterlandeein nützliches Buch auszuarbeiten und drucken zu lassen,verdanke ich meinem hochverehrten Freunde Herrn Pro-fessor J. E. Kopp in Lucern. Dort liess er mir im Februar1849 durch Empfehlung an die Herren alt Kanzler Am Rhyn,Dr. Kasimir PfyfTer und Bibliothekar J. V. Ostertag dieBürgerbibliothek Tag für Tag öffnen, und mir auch diefreie Benutzung der Kantons-Bibliothek bei Herrn Biblio-thekar X. Bernet erhalten. Bereits im März waren dieVorarbeiten, d. h. die Excerpte fast alle gesammelt.
Die reiche schweizergeschichtliche Balthasarische Bür-gerbibliothek, die ungemeine Gefälligkeit des sachkundigenBibliothekars Herrn Ostertag, der freundliche Umgang mitausgezeichneten Männern, die schöne Natur, das stilleruhige Leben, das anspornende Beispiel des gründlichemForschers Herrn Prof. Kopp, die Nähe von Einsiedeln undder geistreich anregende Briefwechsel mit Pater Gail Morel