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Die gleichzeiligen Geschichtschreiber, Justinger, Johann vonWinterthur, Albert von Strassburg, Mutius, erzählen den Auf-stand der Waldstätte, sagen aber nichts von Wilhelm Teil. Zumersten Male tritt er in die Geschichte, 1482, bei M Russ , derihn mitten in eine aus Justinger abgeschriebene Stelle hinein-bringt, und sich auf ein leider nicht milgetheilles Liedt berufl.Die spätem Geschichtschreiber, Stumpf , P. Etlerlin und Tschudiweichen in der Erzähiung unter einander und von Russ ab. DasDalum schwebt unbestimmt zwischen 129G und 1314 oder gar1334. Die von Joseph Imhoff zusammengelragenen , von Hallirin seinem Versuche eines critischen Verzeichnisses aller Schriftenwelche die Schweiz betreffen, Bern 1762, S. 352-357, ange-zeigten sogenannten Urkunden, jetzt in der Stadtbibliothek inBern, sind alle unsicher. Vgl. Hisely, S. 634-654. Auch dieverschiedenen Kapellen verdanken ihre Erbauung der Ueber-lieferung. Somit wäre die Sage entsprungen aus einem altenTellenliede; woher aber dieses Lied selbst stamme, etwa ausdem Norden , das wissen wir nicht.
Sollten unsere Leser wünschen zu erfahren was man in
Paris über Wilhelm Teil denkt, so verweisen wir sie auf Alex.
Dumas, bei Hisely, S. 464 u. 465; auf den aus Lari unterm 9. Sepl.
1830 an Elie de Beaumont gerichtelen Brief von Victor Jacque-
mont, Correspondance, t. 1, p. 273 u. 274 der Pariserausgabe
von Fourniei;, 1833, und vor Allem auf Leroux de Lincy’s In-
(roduction zu den Legendes et chroniques suisses par G. de Va-\
layre, Paris 1842, p. VI, note. So hirnwülhige Faseleien sinddoch in der Schweiz nicht gedruckt worden. Sehr anziehendist hingegen der sonderbar betitelte Aufsatz von J. Olivier ,Mouvement intellectuel en Suisse, in der Revue des deux mon-des , vom 15. März 1844.
Ueber Teil, als Sage, vgl. noch Geizer, Die zwei erstenJahrhunderte der Schweizergeschichte, Basel 1840, S. 12-19, unddesselben Verfassers Anmerkung, S. 25 des ersten Bandes derdrei letzten Jahrhunderte der Schweizergeschichte, Aarau 1838.
Anders lautet das Urtheil von Alex. Daguel, Biographie deFran?.Guillimann, Fribourg 1843, S. 37 u. 38: Pour la presque una-nimite des ecrivains suisses, Guillaume Teil continue d’etre » unhomme energique et plein de patriotisme, dont les acles herol-ques ont contribue ä Faffranchissement du pays.« Les preuvesde cela, l’ecole nationale les trouve dans uue tradition gene-