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Handbuch der Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Colonien, von der Entdeckung beyder Indien bis zur Errichtung des Französischen Kayserthrons / von A.H.L. Heeren
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207
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Handel u. Kriege üb. Liest. 1553 --1600. 207

Politische Verhältnisse von Liefland (mit Cnrlandund Scmgallen;) seit 1525 denen von Preussen ähnlich.Einführung des Christenthums und Eroberung durch dieSchwerdtritter, seit 1205, die sich sxdoch 12Z8 an dieDeutsche» Herren anschlössen. Aber iziz kaufte sich ihrHeermcister Walter von Plettenberg von dieser Ab-hängigkeit los; und folgte 152; dem Beyspiel von Preus-sen/ indem er durch Annahme der Reformation sein Land wiewohl ohne Einführung der Erblichkeit seculari-sirte. Doch waren die Heermcister nur Herren von derwestlichen Hälfte des Landes, da die Erzbisch vse vonRiga sich die Herrschaft über ihr Erzbisthnm anmaßten.

Diese Theilung ward die Quelle von Streitigkeiten undKriegen, die den ganzen Norden umfaßten.

6. Angriff Iwan Basilewißll. auf Lief-izz,land; und Tractar des Heermeisters GotthardrzsrKettler mit Polen, wodurch 1. Curland undNov.Semgallen ihm als erbliches Herzogthum unterPolnischem Schuß überlassen; dagegen 2. Liefiandselber mit Polen vereinigt wird, wogegen jedochder Erzbischof von Riga steh an Schweden anschließt,

So ward Liefland der Zankapfel zwischen den dreyHauptmächten des Nordens; und die Ansprüchedes Czars mußten also einen allgemeinen Krieg ver-ursachen, in den auch Dänemark, aus Eifersuchtgegen Schweden, verflochten wurde, bis nach ei-nem 25jährigen Kampfe Rußland seine Versucheaufgeben mußte, und Liefland Polen und Schwe-den blieb.

Ein-