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Handbuch der Geschichte des Europäischen Staatensystems und seiner Colonien, von der Entdeckung beyder Indien bis zur Errichtung des Französischen Kayserthrons / von A.H.L. Heeren
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Von l66i bis I 7 OO.

z. Die Rcpublikderver ei nigtenNie verlande,mächtig zur See, aber um so viel schwächer zu Lande, dadas Interesse der jetzt herrschenden ständitchen Partie unterdem Mathpcnsionair von Holland, Jean de Wit 165z1672, die Schwächung der Landmacht erforderte. Großals Staatsmann, so weit man mit Ncgociationeu, reichte,mußte de Wit die Erfahrung machen, daß stetes Nego-euren eine Catastrophe eher herbepführt, als abwendet.

4. Oestreich, unter Leopold l., war zu sehr durchdie Ungrischen Händel mit sich selbst und mit den Türkenbeschäftigt, als daß es seine volle Macht je gegen Frank-reich hätte gebrauchen können. Aber welche Ungleichheiterzeugte auch nicht die persönliche Verschiedenheit der Mo-narchen? Welche Ungleichheit die Talente der Mini-ster und Feldherren? Und was ließ sich nicht durch dengeheimen Einfluß der Jesuiten ausrichten, in deren Hän-den Leopold war; da Jesuiten auch die Beichtvater amFranzösischen Hofe waren?

Z. Das Deutsche Reich konnte unter den jetzt ein-tretenden Verhältnissen seine Schwäche nicht verbergen; unddie folgende Geschichte zeigt, daß Ludwig XIV. es nur zubald ausgespührt hatte, was Gewalt und Politik hier an-richten konnte. Allein die neue Reichsmatrikel iü8i, wennsie auch nicht die wesentliche» Mangel der Neichskriegsver-sassuug heben konnte, gab doch den Beweis, daß die Na-tion nicht hinter dem Zeitalter zurückblieb; und das Ge-wicht» das der große Churfürst in die Wagschalc derPolitik warf, zeigte, was auch Einzelne Reichsstände ver-mochten.

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