264 ll.Per. l. Gesch. d. südl. Eur.Staatensyst.
durch eine größere Festigkeit. Die Form der altenReichstage hatti ihr Gutes für ihre Zeit; bey denveränderten Hofsttten mußte sie von selbst veralten.Ein dauernder Congreß entstand also, eben weil erBedürfniß war; man wußte kaum wie? Aber ebendeshalb dachte auch Niemand daran, wie er zweck-mäßig einzurichten sey
iO. Große Veränderung des Deutschen Fük-stenlebens durch die Rückwirkung des FranzösischenHofes; aber auch der Fürstenmacht, politisch undmiiitairisch. Indem Ludwig XIV. es meist seinemInteresse gemäß fand, die einzelnen Fürsten alsFürsten zu behandeln; fühlten sie sich als kleineMächte. Ein Churfürst von Brandenhurg warfein bedeutendes Gewicht in die Wagschaale der all-1692 gemeinen Politik; lind die Errichtung der yten Churfür Hannover schien nicht viel weniger als eine, Weltbegebcnhcit. Die einzelnen Glieder des Deut-schen StaatSkörperS erhielten eine vermehrte Wich-tigkeit; und durch sie das Ganze.
n. So erhielt sich dieser Staat, von zweySeiten durch mächtige Eroberer bestürmt, mit we-nig geschmälerter Integrität. Die furchtbaren Tür-kcnkricge, die Schule des Muths für die Deutschen,bildeten die Fürstensöhne zu Feldherren; und gaben. zugleich