4i6 H.Per. G. I. Gesch.d. südl. Eur. Staatensyst.
von Schlesien war zugleich Demüthigung; je-ner kann zum Ersaß auffordern; diese fordert zurRache auf. Es zeigte sich bald, daß auch nur inHoffnung auf diese der Friede abgeschlossen war.
Z 5 » So mußte also auch der Friedcnszustand«in höchst gespannter Zustand bleiben; nicht nur fürPreußen, das nur auf den Waffen ruhte, sondernauch für die übrigen Mächte. Schlesiens Be-sitz wurde der Hauptgegenstand der praktischen Po-litik; und eben deshalb mußten auch Oestreichund Preußen als die beyden Hauptmächte des Con-tinentS erscheinen. Indem ihre Verhältnisse dasübrige Europa in Bewegung setzten, so wurde auchsein Schicksal an das Ihrige geknüpft. Die neueRivalität hatte in ihnen die meiste Regsamkeit be-wirkt, die größte Thätigkeit aufgeregt; und stetswerden diejenigen Staaten die vorherrschenden seyn,die dessen sich rühmen können.
z6. Gleichwohl empfand man es in Oestreichsehr gut, daß man, um Preußen zu stürzen. Ver-bündete bedürfe. Auch konnte es bey der herrschen-den Stimmung der Höfe um so weniger daran feh-len, da Friedrich II. es so wenig über sich ver-mochte, nicht die kleinlichen Leidenschaften der Herr-scher zu reizen. Die engen Verhältnisse Oestreichs
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