59
seiner Industrie zu legen und da eine völlig ähnliche Erschei-nung sich fortwährend in fast allen Produktionszweigen zeigt,so ergibt sich daraus für die Gesellschaft auch eine größereLeichtigkeit, sie zu erwerben.
Man sieht also, warum wir Schneider, Schuster, Bäcker,Uhrmacher rc. haben. Derjenige, welcher seine Kleider, seineSchuhe, fein Brod selbst machen und seine Uhr selbst reparirenwollte, müßte alle diese verschiedenen Professionen selbst er-lernen, d. h. sein ganzes Leben in der Lehrzeit zubringen,ohne die Hoffnung, je anständige Kleider, gute Schuhe, gutgebackenes Brod und eine gut regulirte Uhr zu besitzen. Alleiner wird Schneider und tauscht gegen seine Kleider, oder denPreis, den er daraus gelöst und welcher den Werth derselbendarstellt, die Schuhe und oie nöthigen Lebensrnittel ein. Diedem Menschen so vvrtheilhaste Theilung der Arbeit ist folglicheine Nothwendigkeit der Zivilisation und derjenige, welcherdie Fortschritte derselben in der Geschichte des menschlichenGeschlechtes studiren wollte, würde ohne Mühe gewähr wer-den, daß diejenigen Zeitalter die unwissendsten und unglücklich-sten sind, in welchen diese Theilung am meisten gehindert war.In unsern Tagen trifft man in Dörfern, wo der Handel unddie Fabrikation noch in der Kindheit liegen, oft den Müller,den Spezereihändler, den Tuchhändler und den Speisewirthin derselben Person; der Schullehrer fügt zu seinen Verrich-tungen als Staatsangestellter diejenigen eines Schenkwirths.Apothekers und Kirchensängers; während man in den Städten,den Zentralpunkten der großen Industrien, Materiälwaaren-bändler (Droguisten), Papierhändler, Buchhändler, Stahlwaa-rcnhändler rc. findet, was beweist, daß man da eine bessere Ver-theilung der Arbeit beobachtet, aber zu gleicher Zeit auch besser