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Die technische Bildung im Kaiserthume Oesterreich : ein Beitrag zur Geschichte der Industrie und des Handels / von Dr. Herm. Ign. Bidermann
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Störungen desselben lassen sich seither schneller erkennen als ehedem. —Die Klage über „Geldmangel" ist nämlich seither ein verläßliches Symp-tom solcher Störungen. Wo und wann immer sie mit Grund erschallt,thut Abhilfe noth, soll nicht Dürftigkeit das Loos vieler Menschen wer-den und bleiben.

„Geld unter die Leute zu bringen" ist sodann die eigentliche Auf-gabe, deren Lösung es gilt.

Daß sie gelöset, d. h. Geld unter die Leute und zwar jeweilen indie Hände der dessen gerade Bedürftigen gebracht werde, ist aber nochaus einem anderen Grunde wünschenswerth.

bilden, dürfte Tirol dasjenige Land sein, bei dessen ökonomischer Entwicklung dasGeld am frühesten eine entscheidende Rolle zu spielen angefangen hat. — Daß dasBripner Domkapitel, laut Joh. G. Kirchmair's Chronik vorn Stifte Sounenburg tmPusterthale (welche Chronik die Lid!. Dir. bewahrt), schon im Jahre 1070 in derLage war, diesem klösterlichen Institute 300 Schock Meißner Groschen darzuleihen,kann am Ende auch das Ergebniß einer Schenkung sein, die ihm aus der Fremde zu-gekommen und darf daher — ganz abgesehen von der Unlauterkeit der Quelle, auswelcher wir diese Nachricht schöpfen — hier nicht als Beweis für die Nichtigkeit un-serer Behauptung in Anschlag gebracht werden.

Dasselbe gilt von der allerdings urkundlich festgestellten Thatsache, daß ungefähr80 Jahre später (s. 1150) der Herzog Heinrich von Sachsen an das Kloster Wiltaueine „jurs basrsäitario" von ihm besessene „euria in Ioco^<iui äisitur Villstis"(Vils?) um 60 Pfund „^uAustensis st UntispononLis inoiretas" verkauft hat, nach-dem schon sein Großvater (patruus) Welfo mit Bezug auf dieses in Verhandlungstehende „nsAotiuiir" 20 Pfunde und seine Mutter Gertraud 30 Pfunde vom Klosterzugezahlt erhalten hatte. Auch diese Geldsummen können vom Ertrage auswärtigerGüter hergerührt haben. — Aber wenn der Abt Johann von Marienberg im Vintsch-gaue im Dezember 1212 einem Manne „bonas oxinioiris," Namens Azilo, und seinerganzen männlichen Nachkommenschaft die „suria in biova, ubi dielt,ir rrä irroos"gegen einen jährlich davon zu reichenden Zins von 12 Pfund „Usriisnsss" und gegeneine Abgabe von 6 Pfund derselben Münze „pro furs, guod vuIZo dieitnr kni" zurimmerwährenden Bebauung (xsrpstuo solendam) verleiht — die darüber ausgestellteUrkunde führt Goswin in seiner Chronik des Stiftes Marienberg (wovon HerrProfessor Albert Jäger in Wien eine sehr correcte Abschrift besitzt, die er uns zurEinsicht zu stellen so freundlich war) S. 38 in sxtsoso an —: so bezeugt er hiemitzugleich die weite Verbreitung, welche das Geld. damals schon bis zu den entlegenstenBergböfen gefunden haben mußte, denn ohne dieser Voraussetzung wäre es nicht wohlbegreiflich, wie der genannte Abt von Marienberg einen solchen Vertrag einzugebensich veranlaßt finden konnte. Das Meiste scheint zu besagter Verbreitung des Geldesin Tirol die Silber ausbeute im Tridentinischen, deren zuerst im Jahre 1185urkundlich Erwäbnung geschieht (Siebe den Oodex VariAluiius, herausgegeb.und mit Anmerkungen begleitet von Rudolf Kink in den hist. Schriften der kais.Akademie der Wissensch. in Wien, V. 8. der Diplomnta st ^eta. Wien 1852 S. 431),