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Die Dazwischenkämst des Geldes im Tanschverkebr macht nämlichviele, Zeit- und Kraftaufwand erheischende Bestrebungen entbehrlich, znwelchen sonst jeder Einzelne sich entschließen mußte und meist auch ent-schließen wurde, um die Genüsse wirklich zu erlangen, deren er mit-telst der Veräußerung seines Besitzthums thcilhast werden will.
Sie bewirkt also Ersparnngen an Zeit - und Kraftaufwand,welche, wenn auch für das einzelne Individuum von keiner erheblichenBedeutung, doch bei der Wirthschaft eines ganzen Volkes immerhinschwer ins Gewicht fallen und sicher erzielt zn werden verdienen ^).
und dcr Zug des Handels aus dem bojoarischen Gebiete nach Italien über Bozcnbeigetragen zu haben. Aus dem letztgedachten Umstände erklärt sich die Verschieden-heit der Münzsorten. welche wir um die Mitte des 13. Jahrhunderts in Tirol curst-ren sehen. >—> Frisacher Denare, Florentiuische Gulden, Lolicki imxerlalas, Augsbur-ger und Regensburger Pfunde kommen neben dcr „moirsta intramontana" >—> sonannte man damals die zu Meran geprägten Münzen — in Schenkungsbriefen undsonstigen Vertragsurkunden häufig vor. Zu Anfang des 14. Jahrhunderts gab essogar schon Wechselbanken zu Sterzing, zu Meran und zu Bozen, welchedem sich regende» Bedürfnisse nach haare», Gelde zum Theile auch durch Darlehenin klingender Münze entgegenkamen. sPrimisser's Collektaneen in der Museal-Bibliothek zu Jnnsb. Band 253 a. N. Urkunde l9; Bcda Weber, das Land Tirol.I. Band aä voesm Slerzing; Kink Rudolf, Akademische Vorlesungen über die Ge-schichte Tirols, Jnnsb. 1850, S. 397.) — Das Jahr 1320 ist so recht eigentlich derWendepunkt zwischen Natural- und Geldwirtbschast in Tirol. — Während um dasJahr 1220 — wie Urkunden aus den bischöflichen Archiven zu Brixen und Trientzur Genüge beweisen — die meisten handwerksmäßigen Dienstleistungen noch mit so-genannten „MutschlcbeiM vergolten wurden und eben daher die Benennung: „Schmied-,Räder-, Wasch-, Zimmer-Lehen u. dgl. m. stammt (Sinnlicher, Geschichte des Bis-thums und der Kirche Sähen. II. L. S. 79; Kink N. 6oelox äVangiainis S. 7und iO): war im Beginne des 14. Jahrhunderts baare Bezahlung bereits zur Regelgeworden und gegen das Ende dieses Jahrhunderts hatten selbst Ablösungen vonNaturalzinsen schon in ziemlich bedeutender Ausdehnung Statt.
h Für die Beibehaltung einer dem inländischen Verkehrsbedürfnisse entspre-chenden Menge baaren Geldes und somit auch für Mäßigung in der Exterminirnngdesselben sprechen übrigens außer dem gedachten Ergebnisse noch gar manche andereRücksichten. Die Seltenheit des baaren Geldes hat einen relativ hohen Zinsfußinnerhalb des bezüglichen Verkehrsrayons zur nothwendigen Folge. Die Höhe desZinsfußes ist aber zumal heut zu Tage, wo das Kapital einen so beträchtlichen Theildes Kostenpreises der meisten Erzeugnisse bildet, ein Moment von großer volkswirtb-schaftlicher Bedeutung, indem sie den Preis fast aller Lebensmittel und Produktions-Bebelfe regulirt und nicht selten auch darüber entscheidet, ob ein Gewerbscandidatsich selbstständig und mit günstigem Erfolge zu etabliren vermag oder nicht. —> DieEtablirung unter sich rivalinrender Gewerbtreibcnder, so wie die wohlfeile Erzeugbar-keit der Viktualien und sonstigen Verbrauchsgegenstände liegt überdies; zu sehr imwohlverstandenen Interesse des sogenannten Kapitalisten, als daß nicht auch dieser