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Die technische Bildung im Kaiserthume Oesterreich : ein Beitrag zur Geschichte der Industrie und des Handels / von Dr. Herm. Ign. Bidermann
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Demnach hat jede Regierung, welche um die materielle Wohlfahrtihrer Unterthanen sich kümmert, Ursache, darauf bedacht zu sein, daß„Geld unter die Leute komme" oder — wie eine Gravitorialschrift der

vernünftiger Weise mit einem niedrigen Niveau des Zinsfußes sich einverstanden er-klären sollte.

Bei rarem Vorkommen des baaren Geldes ist ferner das Eingehen mancherNaturaltausche, wobei Betrügereien nur schwer hintangchalten werden können, so gutwie unvermeidlich. Betrügereien sind aber nicht nur vom moralischen Standpunkteaus, sondern auch in volkswirthschastlicher Beziehung verwerflich, da, während derredliche Verkehr mit materiellen Gütern stets bedingt ist durch produktive Thätigkeit(die nicht nur dem Produzenten selbst, sondern in ihren Resultaten der Gesammtheitaller im Wechselverkehre stehenden Menschen zu Gute kommt) der Betrüger sich dar-auf beschränkt, einen bloßen Wechsel der Besitzer des Gegenstandes, worauf sein be-trügliches Absehen gerichtet ist, zu bewirken, nachdem er ja keinerlei oder doch nuräußerst geringe Acquisitionskosten hereinzubringen hat. — Ungerue brechen wir dieseUntersuchung über die Folgen des örtlichen Geldmangels hier im Hinblicke auf daseigentliche Thema des vorliegenden Versuches ab. Es gäbe da gar Manches noch zu er-örtern und in's Klare zu setzen; allein dieß hieße hier Allotrieu treiben, und bleibt daherbesser bis auf eine schicklichere Gelegenheit, es kund zu geben, reservirt. — Freundesolcher Untersuchung erlauben wir uns auf folgende Quellenschriften zu verweisen:

B lisch Joh. Georg: Abhandlung über den Geldumlauf. Hamburg 1780; 2 Theile.

(Zweite verbesserte Auflage. Hamburg 1800.)

Molitor Heinr.: Versuch über die Mittel, den schändlichen Folgen des Geldman-gels vorzubeugen. Darmstadt 1799.

Möhr selber Joh. Jakob: Untersuchung der Klagen: Es ist kein Geld unter denLeuthen, kein Verdienst rc. Wien 1774.

Segesser Joseph (Sohn): Ueber das Verarmen der Schweiz und die Mittel da-gegen. Luzern 1818.

Co m Miss i o nalbericht über die Schweizerischen Verkehrs-Verhältnisse zu Handender Zürcherischen Jndustriegesellschaft. Zürich und Frauenfeld 1843.

(Roth): Der Geldmangel und die Verarmung in Siebenbürgen. Kronstadt 1843.Arnold M.: Os In balnnos <l» Oommoreo sto. cls In Drauas. Dom. 2. l?aris 1791.

Auch verdienen die Schriften der Merkantilisten von Profession: Bodin, Melon,Forbonuais, Dcveuant, Mortimer, Hume, Klockius, Becher, Horneck u. s. w. in derangegebenen Richtung durchforscht zu werden. — Wer nach bedachtsamer Durchlesungder angeführten Werke das Hauptpostulat der Merkantiltheorie für eine bloße „Ma-rotte" zu halten und sich darüber zu belustigen fortfährt, der zählt zu den Unverbesser-lichen, die eines gerechten Urtheiles nicht fähig sind. Wir verkennen keineswegs dieAbsurdität der meisten Rathschläge, welche die Anhänger dieser Theorie mit dem siekennzeichnenden Postulate in Verbindung gebracht habe»; allein an der Meinung:daß besagtes Postulat selber (die Anforderung nämlich, daß dem übermäßigen Geld-ausflusse gesteuert werde) ein wohl begründetes sei, halte» wir unverbrüchlichfest. — Unsern Gegnern möchten wir mit Horns (8at.)'r. I,ib. I.) die Worte zurufen:dlesois guo vuleat nommns, gusm praobsat usum.