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Die technische Bildung im Kaiserthume Oesterreich : ein Beitrag zur Geschichte der Industrie und des Handels / von Dr. Herm. Ign. Bidermann
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bei wachsender Population, übrigens aber gleichen Umständen, wohlauch dieselbe geblieben und die Klage über Geldmangel somit ver-mieden worden sein.

Es ist mindestens nicht abzusehen, warum die bloße Vermehrungdes Volkes, welche die Klasse der vornehmlich Geld Besitzenden ja ebenso wie der darnach vorzugsweise Begehrenden betraf, diese Klage solltewach gerufen haben.

Dazu bedurfte es anderer, die traditionellen Richtungen des Geld-umlaufs verändernder Begebenheiten, und diese find: der damals vor-zugsweise eingerissene Hang der Vermöglichen nach exotischenGenüssen, und der gleichzeitig eingetretene Druck enormer Steuer-auflagen.

Seit die Vorliebe für ausländische Erzeugnisse unter den, sie bei-znschaffen, Befähigten herrschend geworden war, hatten nämlich viele ein-heimische Gewerbsleute mit dem üblichen Absätze auch den von Altersher genossenen Verdienst verloren und sahen sich sohin bei aller Lust undLiebe zur Arbeit dem bittersten Elende Preisgegeben ^).

gerl'sche Chronik im Jnnsb. Museum berichtet — auch das Patznaunerthal an der Grenzeder Schweiz davon befallen. Ein Weib, die „Permanniiv' genannt, schmuggelte sie ausdem Schwarzwalde ein. Gleichzeitig verbreitete sich die Seuche vom Oetzthale aus, wohinsie schon früher gedrungen war durchs Schnalserthal nach dem obern Vintschgaue, woeine solche Bestürzung und Rathlvsigkeit herrschte, daß die für das sofortige Verhalten derBevölkerung erlassene ärztliche Instruktion mit den trostreichen Worten beginnt: „Weilendiser Tißl gefährlich vnd die Vernunft bald wegnimmt, sollen sich alle damit Befallenenbet) Zeiten mit heilsamer Beicht vnd Communion versehen." — Um die Einschleppung desllebels nach Möglichkeit hintanzuhalten, wurden alle Oetzthaler, welche es sich würdenbeikommen lassen, die gesteckte CordouSgrenze zu überschreiten, für „vogelfrei" erklärt.Trotz dieser Maßregeln griff die Pest schnell um sich und mehrere tausend Menschen er-lagen ihr im Vintschgaue allein. <Notat des P. Ephraem Kofler in der Museal-Bibiiothekzu Jnnsb. III. K. 32.) — Im Winter von 1734 auf 1735 wurde das Etschland abermalsschwer von einer Seuche heimgesucht — Zu Algund und Grätsch starben gegen 100,zu Marling und Mais je 50 Menschen daran. (Lobeweiu's Chronik, S. 301.)

Zu Botzen, wo im Jahre 1835 die Sterblichkeit so groß gewesen war, daßalle Spitäler überfüllt waren und das umliegende Gebirge beinahe gänzlich entvölkertwurde, riß im Jahre 1732 eine „schädliche Influenza" ein, welche innerhalb zweierTage 20 Menschen dahinraffte (Beda. Weber, Botzen und seine Umgebung, Botzen 1849S. 142). Blos Innsbruck und das mittlere Jnnthal blieben beinahe stets mit Epide-mien verschont.

Jenes unpatriotische Streben äußerte sich mitunter auf eine sebr drolligeund sich selbst persiflirende Art. — So erzählt Rühs in seiner Histor. Entwicklungdes Einflutzes Frankreichs und der Franzosen auf Deutschland und die Deutsche»(Berlin l815, S. 183): schon zu Colberts Zeit habe es in Wien vornehme Frauen