welchen er den Fabrikaten Frankreichs verlieh und der Retorsionsmaß-regeln von deutscher Seite nöthig machte, nicht wenig dazu bei °).
§. 4 .
Es würde uns offenbar zu weit führen, wollten wir, das Buchder Geschichte zur Hand, diesen Kausalnexus hier noch eindringlicher verfol-gen. — Auf die darüber gegebenen Andeutungen mit dem Vorbehalte,bei einer anderen Gelegenheit ausführlicher darauf zurückzukommen, unsbeschränkend gehen wir demnach zur Betrachtung des intellektuellen Zu-sammenhangs über, welcher zwischen der Wahrnehmung des vom Volkebeklagten Geldmangels und der Anpreisung des Jndustriesystems alsRegierungsmaxime besteht.
Derselbe ist am füglichsten aus den Werken einiger „Cameralisten"des 17. Jahrhunderts zu ersehen, deren schriftstellerische Bemühungenauch in Ansehung Oesterreichs von praktischer Wirkung gewesen zu seinscheinen. Vornehmlich gilt dieß von dem noch derzeit vielgenannten,doch wenig mehr gekannten Buche Horneck's: „Oesterreich über Alles,wann es nur will," dessen erste Auflage im Jahre 1685 erschienen ist ^°).
») Schon im Jahre 1685 erschien zu Augsburg eine Schrift unter dem Titel„Französische Kriegs- und C a m merw i rt h sch a st." deren Autor es sichzur Aufgabe gemacht hatte, die Grundsätze der von Ludwig XIV. geübten Handels-und Finanzpolitik aus deutschen Boden zu verpflanzen. — Wie sehr die Niedlichkeit derfranzösischen Desseins und die groteske Art ihrer Ausführung in grellem Farbenschmelzmit Gold - und Silberfäden die Blicke der an solchen Flitterstaat nicht gewohntenDeutschen an sich zog und fesselte, geht aus gleichzeitigen schriftstellerischen Versuchenhervor. Wir nennen aus der Fülle von Schriften, welche der Verblendung zu wehrenbestimmt waren, nur folgende, Leren Bezeichnung schon den Inhalt charakterisirt:„Deutschlands Macht gegen angrenzende Königreiche und Länder, wenn es solchesthun will" td. h. seine Macht entfalten will), c. 1680; „das neugierige und veränderteDeutschland," 1681; „das von Frankreich verführte Deutschland" 1686. „Ebren-Ru ff Te utschla n d s, der Teutschen und Ihres Reichs durch Hannß Jakob Wagnervon Wagenfels, Rittern des Ordens Christi, der Röm. Königl. Majestät Ilistoriouinund koliriauM. Wien in Oesterreich, gedruckt bei Jakob Mann, Universitäts-Buch-drucker 1691." (Was den angeblichen Zusammenhang dieses Werkes mit der Jugend-erziehung des Kaisers Joseph I. betrifft, so erlaubt sich der Verfasser auf eine von ihmim 3. Jahrgange der zu Innsbruck erschienenen Zeitschrift „der Phönix" veröffentlichteAbhandlung: „Zur Geschichte Kaiser Josef I. und seiner Zeit" aufmerksam zu machen.)
") De Lucca setzt in seinem bist.-stallst. Lesebuche zur Kenntniß des österr.Staates (Wien 1798. II. Th.) die erste Ausgabe dieses Buches ins Jahr 1665. Wirzweifeln jedoch sehr an der Richtigkeit dieses Datums, nachdem wir uns nicht erinnern,je eine frühere, als die oben bezeichnete Ausgabe zu Gesicht bekommen zu haben.