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Der Titnlar-Professor der Technologie, Bened. Fr. Hermann,welcher in Berbindung mit dem Wiener Großhändler G. Ph. Wuchererzu Ende des Jahres 1784 diese Schrift — umgearbeitet und stylistischcorrigirt — neuerdings zum Drucke befördert hat, erklärt in der Vor-rede geradezu: „er getraue sich zu behaupten, daß Oesterreich den größten„Theil seines Wohlstandes diesem Buche zu danken hat; denn das-selbe habe bei seinem Erscheinen so viel Aufsehen erregt, sei so oft auf-gelegt und so begierig gelesen worden und enthalte so kenntnißvolle„Anleitungen, daß derselben Ausführung nur eine natürliche Folge war."
Zunächst der Verlegenheiten eingedenk, in welche die RegierungOesterreichs durch den Mangel an baaren Zahlungsmitteln eben kurzvorher während der Türken- und Reichskriege gerathen war, setzteHorneck an die Spitze seiner Bemerkungen über die wirthschaftlichenZustände dieses Reiches den Erfahrungssatz: daß nur dasjenigeLand glücklich zu preisen sei, welches außer anderen, zur Noth-durst eines zufriedenen Menschenlebens erforderlichen Gütern auch einehinlängliche Menge Goldes und Silbers in seinemSchooße birgt oder sonst zur Verfügung hat. (S. 26.)
Unter der „hinlänglichen Menge" versteht er jene Quantität,die dem thatsächlichen Verkehrsbedürsnisse entspricht, welches Bedürfnißzwar allerdings kein absolutes, aber doch — wie tägliche Vorfälle jedemEinsichtigen sattsam beweisen — einmal vorhanden sei und zum Vor-theile der Gesammtheit der Verkehrenden allzumal prompt befriedigetwerden wolle.
Dessen prompte Befriedigung sei aber nur dann möglich, wenndie vorhandene Geldmenge ununterbrochen von Hand zu Hand, von Ge-werbe zu Gewerbe geht. Darum könne auch nicht zugegeben werden,daß solche aufgehäuft und in Kisten verschlossen wird, sondern es seidaraus zu sehen, daß sie immerdar circulirt und also anregend und be-lebend wirkt. (S. 35.)
Besser bekomme es der Gesammtheit, wenn der Einzelne für eineWaare zwei Thaler bezahlt, die im Lande bleiben, als wenn er nureinen dafür zahlt, dieser aber aus dem Lande geht. (S. 37.)
Dagegen sind uns allerdings mehrere spätere Ausgaben bekannt, worunter jene «oinJahre 1750 die verbreitetste ist.
Wir citiren oben nach der Wucherer'schen oder, richtiger gesagt, Hermann'schenAusgabe vom Jahre 1784.