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eigenwillig, d. h. ohne Zuthun der Regierung, dem Sperrsystem dasWert geredet hatten, zu solcher Einsicht vorzugsweise verhals, ist dieBeschwerdesührung der theils unmittelbar, theils indirekt vom HandelLebenden, welchen besagte Beschränkung ihrer Erwerbssphäre ungemeinlästig fiel und überdieß als der vermeintliche Vorbote gänzlicher Han-delsstocknng verhaßt war.
Auch lieferte die Wahrnehmung der Ausdehnung und Blüthe, zuwelcher einzelne Zweige der tirolischen Industrie, wie die StubeierEisemnanufaktur, die unterinnthaler Wollstrickerei und die Grödner Holz-schnitzerei ohne selbst „beschützt" zu sein trotz der Herrschaft des Schutz-systems im Allgemeinen gelangt waren, ein handgreifliches Substrat zusolchen Vorstellungen und Protesten ").
") Ueber die Entstehung und allmälige Ausbildung der Stubaier Eisen-manufakturen gibt die Tiroler Zeitschrift vom I. 1825 ll. B. S. 166—246) folgendeAuskünfte:
„Anfänglich trugen einzelne Schmiede, die ihre Fabrikate in der Umgegendnicht mehr anzubringen wußten, dieselben auf ihrem starken Rücken von Ort zu Ortin Tirol," — „Michael Holzmcister von Fulpmes, der selbst Messer und andere Stu-baier Waaren fabrizirte, trug solche aus einer Kraxe nicht nur im Lande umhersondern wagte sich sogar bis an den Rhein, Er starb im Fahre 1679, Der vonibm erzielte Vortheil bewog schon seinen Sohn Anton, sich ganz und mit Beseiti-gung der Fabrikation auf den Handel und zwar hauptsächlich auf den ausländischenzu verlegen. Er starb im I. 1683. Im folgte sein Sohn Franz Holzmeister, imThale unter dem Namen: „Steirer Franzele" bekannt. Dieser dehnte den Handelbis nach dem Elsaße aus, holte sich aus Steicrmark mehrere Waaren, als: Ahlen,Zwecke n, a. m„ und besuchte sofort die auswärtigen Märkte im deutschen Reiche."An die Stelle der Kraxe war schon um das Jahr 1680 der erste Wagen getreten.Bald auch bildeten sich Handelsgesellschaften, welche mit zusammengeschossenen Kapi-talien den Export eifrigst betrieben. — Unbekümmert um den Absatz seiner Fabrikatekonnte sofort der einzelne Schmied mit seinen Gesellen ihrer Herstellung sich widmen.Wie wir aus einer Vormerkung im Archive der Salinendirektion zu Hall ersehen,gerieth der Vertrieb der Stubaier Eisenwaaren um das Jahr 1705 ins Stocken, undzwar vermuthlich wegen des damals vom Kaiser erlassenen Verbotes der Ausfuhrvon Waaren, welche dem französischen Heere etwa als Behelf zur Kriegsfiihrunghätten dienen können. Doch behob sich dieses Hinderniß über Kurzem und mündlicheTraditionen versichern einstimmig, daß um die Mitte des 18. Jahrhunderts die Stu-baier Manufaktur — der Konkurrenz ungeachtet, welche steierische Eisenwaaren-Fa-brikanten so wie jene in der Umgegend von Solingen und Remscheid ihr bereite-ten, — in hoher Blüthe stand. —
Die Wollstrickerei im Un t er i nnt ha le war, wie aus Merian's Topo-graphie erhellt, bereits um das Jahr 1640 kein unergiebiger Erwerbszweig der Knap-pentöchter und Frauen. Hundert Jahre später (1740) finden wir denselben laut ver-läßlicher Notizen, welche der tirolische Gubernialrath von Sardagna gesammelt hat