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Die technische Bildung im Kaiserthume Oesterreich : ein Beitrag zur Geschichte der Industrie und des Handels / von Dr. Herm. Ign. Bidermann
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Ehrung eine allgemeine Aufliegenheit des baaren Landes - Kapitals ver-anlassen muß."

Die Verthenerung treffe aber nicht etwa bloß den reichen, sondernauch und mitunter vorzugsweise den armen Mann. So betragez. B. der Aufschlag vorn Pfund Tuchwaare einen Gulden. „Je gröberdie Quadrat-Elle Tuches ist, desto mehr fallt sie ins Gewicht, desto mehrist für sie an Zoll zu bezahlen. Bei Loden und Ertinger, dessen eineElle 2/4 und wohl auch ein ganzes Pfund wiegt, übertreffe sie denWerth der Waare selbst, die pr. Elle 40 bis 50 kr. kostet. DieserKleidnngssioff sei aber für den Taglöhner und Bauersmann unumgäng-liches Bedürfniß. Nicht minder gelte dieß von den Seidenbändern,welche als hergebrachte Modesache nicht wohl zu vermeiden seien."

Der eigenen Landesindnstrie seien dagegen von der Natur s 0hohe Schranken angewiesen, daß sie allerdings nicht selbe zu er-steigen und sich über dieselben bis zur Erzeugung des vaterländischenBedarfes zu erschwingen vermögen wird. Denn abgesehen von derTheuerung der Lebensmittel und hieraus folgenden Höhe der Arbeits-löhne, werde Tirol nimmermehr z. B. Tuche erzeugen und weder seinenAdel noch den Landmann ganz in eigene Wolle zu kleiden vermögen.Die Erweiterung der Schafzucht, die hiezu vvnnöthen, könnte bei derBeschränktheit der Weideplätze nur auf Kosten der Rindviehzucht, derenVeredlung aber bei der Rauheit des Klimas ganz und gar nicht geschehen.

Die Seidenmanufaktur decke den Bedarf nicht znm 10. Theile undjene aus diesen Fabriken, die am meisten bestrebt gewesen, die schweren,mannigfaltigen und besseren italienischen Bänder durch Erwirkung desAufschlages von der Mitbewerbung auszuschließen, gründe sich auf einenFond von nicht mehr als 3000 fl., somit auf eine „Kleinigkeit, dienichts Minderes als eine dergleichen dem kublim, so beschwährsameund alle Landwaaren vertheuernde Begünstigung verdient." — „Wenn„eine Landesfabrik, welcher das Land den Rohstoff darbietet, nicht eines-„theils durch den beguemeren Ankauf desselben, anderseits durch Er-„sparung der Fracht-, auswärtiger Zoll- und Speditions - Gebühren so„viel Schwung gewinnen kann, um mit ihren Erzeugnissen den ähnlichen„Fremdwaaren, die doch oberwähnten Auslagen unterliegen, das Gleich-gewicht halten zu können, so verrathe sie eben dadurch schon ihre inner-lich schlechte Einrichtung, Abgang des Fonds und Jnperfektibilität, da-„her auch Umwürdigkeit durch Zölle begünstiget zu werden."

Ueberhaupt dürfte die Erschwerung fremder Einfuhr nach der Er-fahrung und nach dem Beispiele anderer Länder, „insonderheit der