Buch 
Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
JPEG-Download
 

Claſ XXX. Vom Tonfeet und Zuckerwerck.

808vermiſchet worden/ netzet in dieſem vermiſchten Waſſer eine Feder/ und be-ſtreichet den Marcipan offt darmit.era. Man nimt auch wol zu einem Pfund Zucker nur d. Loth Man-deln/ giebet cinen wolgeſchmackte Marcipan.4. Macaronen zu machen.

Man nimmt zueinem Pfund feinem Zucker ein Pfund der beſten fuͤſſenMandeln/ weichet dieſelbige in kaltes Waſſer ein/ und ſchaͤlct ſie nimmt allesUnreine darvon zerſtoͤſſet ſelbige zu einem voͤlligen Taig in einem ſteinernen fau-bern Maoͤrſel/ mit ein wenig Roſen⸗waſſer: Thut ſie hernach in eine Schuͤ ſſelmit dem Zucker/ ſtet ſie uͤber Kohlen/ ruͤhret es umb/ biß es rein abſtehe von demBoden der Schuͤſſel/ thut darzu zwey Gran Bieſem/ ſo man will/ baͤckt ſie auff

Oblaten.J. Auffeine andere Art.

Man nimmt zu einem Pfund friſcher/ fuͤſſer/ geſchaͤlter Mandeln/ zwey

fund Zucker/ macht es mit Zimmet und Roſen⸗waſſer zu einem Taig an/traͤget ſolchen Taig auff Oblaten/ in Form ablang⸗geſpitzter Wecklein/ oder an-derer Form/ nach Belicben/ baͤckt hernach ſelbige in einem Ofen/ oder Pfan-nen.

Nota. So man dieſe Macaronen gar gut haben will/ ſo nimmt manan ſtatt des Zuckers Manus⸗-Chriſti-Taͤfelein/ zund macht ſiedarmit an.

6. Macaronen auff Welſche Art zu machen.

Man nimmtderſuſſen undrein⸗geſchabten Mandeln ein Pfund/ zerknir-ſchet dieſelbige wol in einem ſteinernen Moͤrſel/ thut darunter ein halbes Pfundfeinen Zucker/ unter waͤhrendem Stoſſen benetzet man ſolche mit Roſen⸗waſ-ſer/ damit ſie nicht gelb/ oderoͤlicht werden. Aus dieſem Taig macht man her-nachfeine kleine ablange Wecklein/ auff Oſtien⸗Blaͤtter formiret/ und baͤckt ſel-bige in einem Ofen; Nachdeme ſie nun halb gebacken ſeynd/ ſo nimmt man zer-ſtoſſenen Zucker/ knettet denſelbigen mit Eyer⸗weiß/ und ein wenig Pomeran-tzen⸗Safft/ und macht ſelbiges wol weich; Nachdeme nun das Gebackene faſtgar iſt ſo hebet man ſolches aus dem Ofen heraus/ und ſtreichet ein wenig Zu-cker mit einer Feder darauff/ ſchiebet es wieder in den Ofen/ daß es eine Farbe be-komme/ undbaͤckt esalſo gar.

Nota. So mandes Zuckers zu viel nimmt/ ſo wird es gar taigig/ und

gantz unlieblich/ und unluſtig zu eſſen. Will man dieſes/ inMangel eines Ofens/ nur in einer Stuben/ oder auff einemKuͤchen⸗Heerd backen/ ſo macht man ein eiſernes Kuͤchen-

Schaͤuf-