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Lebensbeschreibung des Ehrenfr. Walther v. Tschirnhaus auf Kiesslingswalde und Würdigung seiner Verdienste : mit einem Vorwort über Prof. J.A. Grunert als Preisrichter / von Dr. Hermann Weissenborn
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IX
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Vorwort.

IX

Kap. I. Tsehirnhausens Leben.

Kap. II. Tsehirnhausens Leistungen und Verdienste

A. In Philosophie.

B. In Mathematik und Physik.

C. Auf dem Gebiete der Technik und Industrie.

D. Hinsichtlieh Förderung allgemeiner Bildung.

Die im ersten Kapitel gegebene Lebensbeschreibung des mitKecht berühmten Mannes ist eine ziemlich trockene Aufzählung derSewöhnlichsten Lebensschicksale desselben), wogegen man wohl zuWünschen berechtigt gewesen wäre, dass der Verfasser der Preis-schrift nachgewiesen hätte, wie ein Mann von dieser Bedeutung und' wie es wenigstens scheint, ganz unabhängigen Lebensstellunggerade zu den als vorzüglichsten Lebensberuf gewählten philosophi-schen, mathematischen und physikalischen Studien geführt wurde,Worüber die Schrift nichts oder nur wenig Bedeutendes enthält * 2 ).Ich will jedoch gern zugebon, dass eine solche, von mir so ebenbeanspruchte Darstellung, die der Lebensbeschreibung eines solchenMannes allein wirklichenWerth verleihen konnte, nothwendig aufSchwierigkeiten mancherlei Art stossen musste, kann aber auf derandern Seite nicht unterlassen zu bemerken, dass dazu dieMedicinamentis wohl mehr Anhalt geben konnte, als der Verfasser daringefunden zu haben scheint, indem ja u. A. selbst das Brockhaus-sclie Conversationslexicon, Thl. XV, S. 236 in dieser Beziehunganfiihrt,:Interessant ist die Medicina mentis auch dadurch, dassT. den Gang seiner wissenschaftlichen Bildung darin erzählt 3 ).

Ucber den die Philosophie betreffenden Abschnitt muss ich michjedes Urtheils enthalten, weil mir diese Studien seit einer langenlteiho von Jahren zu fern gelegen haben, als dass ich mich berech-tigt halten dürfte, über die in der Preisschrift gegebene Behand-lung dieser Seite der Thätigkcit Tsehirnhausens eine Meinung aus-zusprechen 4 ).

') Ich muss bekennen, (lass ich nicht rocht einsehe, was unter dengewöhn-lichsten Lcbensscliicksalen desselben verstanden werden soll; etwaSchicksale,Welche derselbe gewohnt war zu erleben?!

2 ) Vcrgl. pag. 4, Anmerkung 1); pag. IC18, pag. 188 dieser Schrift.

3 ) Auch ich habe, um nichts ausser Acht zu lassen, das BrockliaussclioGonversationslexicon eingesehen, wovon sich Prof. Grunert aus pag. 10, Anmer-kung 1) hätte überzeugen können, und kenne diese Worte sehr wohl. Ich kenneaber auch, was bei Prof. Grunert offenbar nicht der Pall ist, dieMedicinamentis aus eigener Anschauung, und weiss daher, dass jene Worte viel mehrerwarten lassen, als wirklich in derselben stellt. Ich würde auch in meiner Arbeithierauf aufmerksam gemacht haben, wenn ich es im Entferntesten für möglichgehalten hätte, dass bei der Beurthcilung einer von einer wissenschaftlichen Ge-sellschaft gestellten Preisaufgabe ein Artikel des Conversationslexicmis indie Wagschale fallen könnte. Was wirklich in derMedicina mentis steht,hätte Prof. Grunert auf pag. 14, Anmerkung 2) und auf pag. 22 finden können. Enthält die gekrönte Preisschrift hierüber mehr?

>) Wie unter solchen Umständen auch über die sonstigen Bestrebungen Tschirn-hausens, einer gerade ganz philosophisch angelegten Natur (vergl. §.16 dieser