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Lebensbeschreibung des Ehrenfr. Walther v. Tschirnhaus auf Kiesslingswalde und Würdigung seiner Verdienste : mit einem Vorwort über Prof. J.A. Grunert als Preisrichter / von Dr. Hermann Weissenborn
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XV
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Vorwort.

XV

Grades auf S. 183 ') sagt: „Wie aber diese Gleichungen nacha > b, c aufgelöst werden sollen, ohne (wieder) auf Gleichungenvierten Grades zu fuhren, ist in der That nicht abzusehen 2 ), sohätte ihn schon Meier Hirsch (Sammlung von Aufgabenaus der Theorie der algebraischen Gleichungen. ErsterTh eil. Berlin 180 9, S. 14 5) eines Besseren belehren können,welcher ausdrücklich bemerkt:

„Aus diesen und den beiden vorhergehenden Paragraphen ergiebtsich wenigstens so viel, dass die Tschirnhausenschc Methode wirklichZ1 ir Auflösung der Gleichungen des zweiten, dritten und viertenGrades führt” 3 ).

„Noch weit bessere Belehrung hätte er aber schöpfen könnenaus: Cours d’Algebre superieuro professe ä la faculte dos Sciencesde Paris par J. A. Scrret. Paris 1854, pag. 117, worin auch dieMethode unsers Landmanns ganz richtig als eine Transformations-metliodo der Gleichungen als: „M 6 1hode de Tsckirnhaus (auchzuweilen: „Tschirnhaüs” mit zwei Punkten über dem u geschrieben)pour faire disparaitre autant de termes que l’on vcutd’une equation” bezeichnet wird. Berner ist zu bemerken, dassdie wichtige, von dem Verfasser allerdings in einer Note kurzerwähnte Methode dos Engländers Jcrrard, jede Gleichung desGrades auf eine der fünf Formen:

x 5 + px + q = ox B + px 2 --)- q = ox 5 -f- px 3 + q = ox 5 + px 4 -)- q = o

zu bringen, die in neuester Zeit mit Recht so grosses Aufsehen erregthat, durchaus nur als eine Anwendung der Methode von Tscliirn-

Worten Prof. Grunert’s nun noch kinzufüge, dass auch die gekrönte Preisschriftvon der Auflikuny der Gleichungen spricht, so dürfte damit der in obigem Gut-achten von Prof. üruuert mir gemachte Vorwurf, dass ich vou der Auflösuny derGleichungen spreche, hinlänglich cliaracterisirt sein.

’) Bes Manuscripts. S. pag. 185.

2 ) Dieses Gitat beweist am deutlichsten, dass Prot, Grunert nicht einmaldiesen (kurzen) Tlioil meiner Abhandlung, auf den er doch offenbar den meistenNachdruck zu legen für gut findet, aufmerksam gelesen hat (mit welcher SorgfaltProf. Gruncrt die übrigen TJieile derselben gelesen haben mag, ehe er sein „sehrausführliches und gründliches” Gutachten abfasste, kann man darnach beurtlieilcn).Prof. Grunerl hat nämlich gar nicht bemerkt, dass sich die vou ihm angezogeneStelle gar nicht auf die bekannte in den Act. Erudit. veröffentlichte Methode, vouWelcher in obigem Gutachten die itedo ist, sondern, wie ich es auch deutlichgenug ausgcsi>roclicn habe, auf ein anderes, in einem Briefe an Leibniz aufgostelltesVerfahren bezieht. Ich führe dies, ich wiederhole es, nur an, um zu constatiren,Wie wenig aufmerksam und „gründlich” Prof. Grunert die Schrift gelesen hat.

3 ) Und gleichwohl sagt der Verlasser der gekrönton Preisschrift, obgleichderselbe (s. pag. 3, Anmerkung in der gekrönten Preisschrift) das oben voll Prof.Grunert erwähnte Buch von Meier Hirsch citirt: „Die Gleichung für y steigt aufehou den Grad, von welchem die für x gegebene ist... Durch die Transformationgewinnt man also Nichts, wenn nicht zugleich die Auflösung ’ (also auch dio'Auflösung) „durch die WcgschafFung mehrerer Glieder erleichtert wird”.