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Lebensbeschreibung des Ehrenfr. Walther v. Tschirnhaus auf Kiesslingswalde und Würdigung seiner Verdienste : mit einem Vorwort über Prof. J.A. Grunert als Preisrichter / von Dr. Hermann Weissenborn
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Seite
XXVI
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XX VI

Vorwort.

Ausstellungen, zu denen dieselbe Veranlassung giebt, docli vielesorgfältige und sehr lange, deshalb aber eben in einer solchen Arbeit

gegebenen Gloichung x — m + y, wo m eine noch unbestimmte Grosse ist, soerhält man eine transformirte Gleichung für y, in welcher man m so bestimmenkann, dass einer der Coefficienten Null wird. Setzt man x 2 = mx 4* n ~r y f s0kann man zwei Glieder wegschaffen. Setzt man = so lassen

sich m, n, p so annehmen, dass drei Glieder der transformirten GleichungWegfällen. Auf diese Weise konnte man die ITülfsgleichung zu einer zwei-gliedrigen machen, wenn nicht die Coefßcienieu in der Gleichung zwischenx und y zu grosse Schwierigkeiten entgegensetzten. Die Gleichung für y steigtauf eben den Grad, von welchem die für x gegebene ist. Denn in der ver-mittelnden Gleichung kann für x jede der Wurzeln der gegebenen Gleichunggenommen werden, daher y ebenso viele Werthe hat. Durch die Transformationgewinnt man <dso Nichts , wenn nicht zugleich die Auflösung durch die Weg-schaffung mehrerer Glieder erleichtert wird". Man sieht also, die gekrönte Preis-schrift geht auf Tschirnhauscns Verfahren, weder in der ursprünglichen, noch inder Form, wie es Prof, Grunert dargestellt hat, gar nicht naher ein, sie benutzt,anscheinend mit einziger Ausnahme des Buches von Meier Hirsch, kein einzigesder in Grunert’s Aufsatz angeführten Werke und constatirt nur, dass dieses Ver-fahren über den vierten Grad hinaus nicht anwendbar ist; davon aber, dassTschimhausens Gedanke anregend, dass seine Methode einer Entwickelung fähigund von Anderen wirklich weiter entwickelt ist, enthält sie, wenn man nicht etwadie gelegentlich bei der Beschreibung von Tschimhausens Leben, 30 Seiten vorbei-,auf pag. 3 angebrachte Verweisung auf Theil 40 von Grunert’s Archiv für einesolche ansehen will, nicht die geringste Andeutung. Dies Alles ist nun allerdingsnicht wunderbar, denn — alles cursiv Gedruckte in obiger, TschimhausensTheorie der Gleichungen behandelnden, Stelle der gekrönten Preisschriftist aus Klügefs „Mathematischem Wörterbuch. Theil II. 1805”, pag. 422,Artikel: „Gleichung”, wörtlich entlehnt. Nun ist zwar weder an der betref-fenden Stelle, pag. 33 , auf dieses Werk hingewiesen worden, nocli ist im literarischenNachweis bei Erwähnung desselben, wie bei einigen anderen Schriften, angegeben,dass demselben etwas entnommen sei, gleichwohl aber hätte der bücherkundige Prof.Grunert, der doch gewiss der gekrönten Preischrift ein ebenso gründliches Studiumzugewandt hat, wie meiner Abhandlung, dies bemerken können, um so mehr, da erja selbst Supplemente zu Klügel’s Wörterbuch und in denselben u. a. auch einenZusatz zum Artikel „Gleichung” geschrieben hat. Er brauchte ja nur die Kleinig-keit von dreissig Seiten zurückzublattem und würde auf pag. 3 die Anmerkunggefunden haben: „Ueber diese Methode findet man nähere Auskunft im Mathe-matischen Wörterbuch von Klügel. Band 2 , S. 422 ; ferner in der Sammlung vonMeier Hirsch, Berlin 1809 , S. 137 ; auch ist zu vergleichen ein Aufsatz vonGrunert in seinem bekannten Archiv, Theil 40 , S. 214 ”, Worte aus denen ja doch,wie der Verfassor ohne Zweifel auch hat andeuten wollen, raiinniglicb. ersehenmuss, dass die nur dreissig Seiten weiter unten folgende Stelle dem KlügeVschenWerke grösstentheils wörtlich entlehnt ist. Ob es nun aber die gekrönte Preisschriftverstanden hat, durch wörtliches Wiederholen von KlügeTs 1805, also vor60 Jahren, geschriebenen Worten, Tschimhausens Methode auf einem Gebiete,auf welchem er „eine wirkliche Erfindung” gemacht hat, deren Wichtigkeit hai3l>t-sächlicli in ,^neuester" Zeit „erkannt und gewürdigt worden ist”, „nach ihremwahren Werthe zu würdigen”, die „grosse Bedeutung” derselben in das gehörigeLicht zu stellen und „mit philosophisch-mathematischem Geiste” „in das wahreWesen der Methode einzudringen”; oder ob Prof. Grunert nur gerade damals ,als er meine Schrift beurtheilte, und als man noch im Zweifel sein musste, ob„unserem Landsmann” Tschirnkaus oder „dem Engländer Jerrard” der grössereAntheil des Ruhmes gebühre, auf diese Seite von Tschimhausens Leistungen einso extremes Gewicht legen zu müssen glaubte, während sie ihm zwei Jahre später,als er die gekrönte Preisschrift begutachtete, und wo es nach Prof. Grunert nunausgemacht ist, dass die betreffende Umformung „unbedingt eine schivedische Er-