2. Sein Leben.
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sitz ausgowandcrt war '), die Herrschaft in seinem Geburtsorte be-sessen („Locus natiyitatis fuit Kislingswalda praedium ipsum avitum,quod ultra 400 annos hacc Tschirnhausiorum gens, post quam 0 xMoravia et Bohomia in Lusatiam emigravit, possedit." Act. Erud.17 09), und war c j n se h r altes, resp. gräfliches, freiherrliches undadeliges Geschlecht; seine Almen linden sich in Ziegler’s: „HistorLschem Schauplatz und Labyrinth der Zeit” bis weit zurück ver-zeichnet. Sein Vater war Christoph von Tschirnhaus auf Kiesslings-w alda und Stoltzenberg, Kurfürstlich Sächsischer Rath unter Georg I.Ur *d II. und Landes-Aeltester im Görlitzischen Pürstenthum. SeineMütter, Elisabeth Eleonore, war eine geborne Freiin von SterlingUnd Achil 2 ) (oder Stierling und Achill 3 )), aus einem alten EnglischenGeschlecht. Er hatte zwei Brüder, deren einer, Friedrich Gottlob,noch vor ihm am Holsteinischen Hofe an der Schwindsucht starb,deren anderer, Georg Albreclit, ihn überlebte und Herr 4 ) in Obcrn-schönfeld war. Die drei Brüder erhielten ihren Unterricht von et-lichen Lehrern, mit deren einem, H. Nathanacl Heer, der nachLauben (Lauban) zum Predigt-Amte berufen wurde, sic ebenfallsdahin zogen, um seine Privat-Information ferner zu gebrauchen. Hier■nachte Ehrenfried Walther solche Fortschritte, dass er, als er vonhier nach Görlitz auf das Gymnasium kam, „schon im fünfzehntenJahre seines Alters unter dem berühmten Vcchnero in prima classestudirot” 5 ). Schon hier beschäftigte er sieh gern und viel mit Ma-thematik, deren Elemente ein tüchtiger Lehrer, Namens Conrad 0 ),Vortrug. Indessen genügte ihm das nicht, was auf der Schule ge-
Beziehung auf Orthographie, auch der Leibniz und Tschirn-
I 1 dcitt von Gerhardt hcrausgegebenen Bno ^ 0< * s ,° , 452 526 ), letzterer bald
haus eia Name vor, den ersterer stets „Schiller (1 b- gchnler” (pag 451)»Schüller” (pag. 433), bald „Schüller’’ (pag- ^
nennt. Ebenso wechselt „Spmosa (pa^. 4 ) Schreibweise z B Bes-
aonst findet sich bekanntlich dieses Schwanken m derDesargues” undcartes” und „Des Cartes”, „Lagrange” und „La Drange , „Desargues
»Des Argues”, „Leibniz” und „Leibnitz”, u. a.
’) Vielleicht ist daher die erste Silbe des Namens rsehimhans , der sich
in Pott’s .Personen- und Familiennamen” nicht erklärt findet von dem Lausitzi-
sebpn T>"t • w Znr nv a o (mger, a, um) abzuleiten, wie „Cornow
»cnen oder Böhmischen Worte „corny, a, « k fa > > ' . , n„ Avm ,
(Tscliorna)”, „öorna (Tschornitz)”; in Böhmen „Czernowitz ; in Mahren^„Czer a-
W (der schwarze Berg)”. Die Montenegriner nennen Ar Land „CemagMa
(der schwarze Berg, Montenegro)”. Es wurde also „1 schirnhausen »nJ»Schwarzenhausen” heissen (ein Dorf letzteres Namens erwähnt I ott pag^ ^
n-.i_^ , v . „1. XTnrnn-n fl'/.nr«*:” r PufVi/vrrnf;sohCH
»Schwarzenhausen” heissen (ein Bort letztere» namens erinnern
und an die. Polnischen und russischen Namen „Czerny , 1 sehermtscUoi(vgl. Pott, pag. 403, 404, 591).
0 Act. Erud. 1709. , ... Zeit”.
3 ) Ziegler■. „Historischer Schau.-Hatz und Labyrmt
4 ) „Toparcha”. Act. Erud. 1709. j er Zeit”.
5) Ziegler-. „Uistorischer Schau -Platz und Labyruiu
ft\ k -4- Ii , %.vwl t rrnn
6 ) Act. Erud. 1709.
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