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Lebensbeschreibung des Ehrenfr. Walther v. Tschirnhaus auf Kiesslingswalde und Würdigung seiner Verdienste : mit einem Vorwort über Prof. J.A. Grunert als Preisrichter / von Dr. Hermann Weissenborn
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2. Sein Leben.

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m Paris war und daselbst am 22. Juli in die Akademie der Wissen-schaften aufgenommen wurde, — das Anerbieten, welches ihm. 1675bei seinem Aufenthalte in England Wallis, Newton und Oldenburggemacht hatten, zu bewirken, dass er in die Königliche Sociotät zuLondon recipirt werde, hatte er abgelehnt *), sowie dass er sich!681 mit: „einem Ausbund von Schönheit und Tugend" * 2 ), FräuleinElisabeth 'Eleonore von Lest, jüngster Tochter des Kurfürstl. Sächsi-schen Hofmeisters vermählte. Er führte seine Frau nach Grund,einem Gute, welches er von dem Kämmerer von Nostitz gekauft,und lebte hier zwei Jahre, bis 1684 sein Vater starb, worauf er aufdessen Güter zog und dieselben Anfangs mit seinem Bruder gemein-schaftlich verwaltete 3 ).

Höchst auffallend ist es gewiss, wenn wir Angesichts dieser Mit-theilungen, aus denen doch, worauf auch seine lange Heise hinweist,hervorzugehen scheint, dass Tschimhaus im Besitze eines mindestenshinreichenden Vermögens gewesen sei, durch Gerhardt erfahren, dassderselbe bemüht gewesen sei, sich von einem Fürsten eine Unter-stützung zu erwirken, und zwar nicht, um gemeinnützige Anstaltenin das Leben zu rufen, sondern: „zur ungestörten Fortsetzung seinerStudien 4 ), und diess von einem ausserdeutschen Herrscher, Lud-wig XIV., demselben, den er vor zehn Jahren mit den Waffen be-kämpft hatte, und der soeben mitten im Frieden in Deutschlandeingebrochen war und insbesondere Strasburg an sich gerissen hatte.

wlit gesagt, wann er zum zweiten Male (das erste Mal war 1675) daselbst ge-wesen sei. Sodann soll er, nach Ziegler, sieb 1G81 verheirathet haben, und kurzVorher, also auch 1081, zum dritten Male nach Holland und Frankreich gegangensein, was mit der Angabe des Ortes im Briefe IX (Gerhardt: Leibnizens mathe-matische Schriften, Band IY) iibereinstimmt, nach welchem er den 7. April 1081noch in Kiesslingswalde war. Yermuthlich ist hier von zwei Reisen Tschirnhausensme Rede, deren eine er 1081 (nachdem er ungefähr 12 Jahre, nämlich 1008 bisLnde 1079 gereist war, kehrte er nach Hanse zurück, ging aber „post parvamnmram" nach Holland, Frankreich und Baris) unternommen und auf welcher erdie Medicina mentis abgefasst hat. Hierauf mag er sich, in demselben Jahre,1G81 > verheirathet haben und hat dann 1G82 die dritto Reise nach Baris angetreten.

) Ziegler; „Historischer Schau-Blatz und Labyrinth der Zeit”.

2 ) Ebendaselbst.

3 ) Ebendaselbst.

4 ) Gerhardt: Leibnizens mathematische Schriften. Band IV. Pag. 423. „Nach-dem Tschirnhaus gegen Ende dos Jahres 1679 in seine Heimath zurückgekehrt* ar > begann er sofort seine äusserst weitgehenden wissenschaftlichen Bläno insWerk zu setzen. Er erkannte indess sehr bald, dass dazu seine eigenen MittelMcht ansreichten. Um sich Geld zu verschaffen, beschloss er im Jahre 1682 nocheinmal nach Baris zu gehen, denn er hoffte, auf Grund seiner Untersuchungenüber die Eigenschaften der Brennlinien, nicht nur seine "Wahl zum Mitglied derdortigen Acadcmie der Wissenschaften durchznsetzen sondern auch durch seinpersönliches Erscheinen eine ansehnliche Bcnsion vom Könige von Frankreich zurFortsetzung seiner Studien zu erhalten. Das Erstore gelang ihm, besonders durchdie Empfehlung und durch die licht freundschaftliche Unterstützung Leibnizens;in Bezug auf das Zweite wurden ihm nur leere Versprechungen gemacht. Tschirn-haus kehrte nach Deutschland zurück, in der Meinung, die Roalisirung der ihm