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§. 11. Seine Brenngläser.
Wege gebracht”. Dass sich ein von Tschimhaus gefertigter Brenu-spiegel (vielleicht der in den Act. Erudit. 1687 beschriebene) immathematischen Salon zu Dresden befinde, sowie, dass er dem KaiserLeopold einen Brennspiegel verehrt habe, ist bereits oben (s. pag. 10)erwähnt worden.
Ebenso, wie mit der Anfertigung von concaven Spiegeln, beschäf-tigte sich* Tschimhaus auch mit Construction von Linsen, und schreibtdaher an Leibniz *): „Die Telescopia zu bereiten weiss ungemeineSachen, dass ob sie schon von unglaublicher grosse, dennoch gantzaccurat können fabricirt werden, und wen ein vornehmer Herr dieKosten wollte dran wagen, ich wollte ein objectivum lieffern, dasauff 1000 Fuss so accurat elaborirt, als wir biesliero Tubos habenvon 6 schuen; aber solches mit menschen hendeu zu verfertigen,ist plane unmöglich”. Auch will Tschimhaus, wie bereits pag. 10erwähnt ward, in Teleskopen und Mikroskopen die Lichtstärke ver-mehren. Hierüber antwortet Leibniz * 2 ): „Was sie in opticis gethan,schätze gewisslich überauss hoch, zumahl nicht ein ieder im stände,auch nicht fähig ungemeine Dinge zu finden und die schölino de-monstration zu worck zu richten. Was M. H. circa Telescopia undMikroscopia verspricht, sind trefliche Sachen, so zu bereiten ichwegen des grossen daher erwartenden Nutzens Sie selbst höchlichersuche. Was mag besseres erdacht werden, als den Mikroscopiis
zugleich Yergrösserung, liecht und ein grosses Feld geben.
Es scheinet inswischen, dass diese instrumenta von der natur be-grenzet, weil endtlich die stäubgen in der lufft alzu sichtbar werdenund die objecta bedecken würden. Doch wenn wir auch nur nochso weit es thunlich uns diesen grenzen nähern köndten, wäre esschohn genug, zumahlen auch bei den Mikroscopiis noch zur Zeitnicht so wohl wegen der vergrösserung, als liecht und feld sorgezu machen, massen jene freylich weit genug bisher zu treiben ge-wesen, aber mit abgang dieser beyden”. Tschimhaus hat übrigens,wie es scheint, die Linsen-Gläser weniger in der Absicht verfertigt,aus ihnen besonders gute Fernrohre, als in der, starke Brenngläserhorvorzubringen; dass dadurch zugleich die Construction der Te-leskope gefördert ward, versteht sich von selbst. So berichtet erin den Act. Erudit. Mensis Novembris 1691, pag. 517: „Singulai'iaeffecta vitri caustici bipedalis, quod omnia magno sumtu hactenusconstructa speeula ustoria virtuto superat, per D. T.”, er habe einBrennglas angefertigt, welche an Stärke alle bisher bekannten über-treffe. Als Mittel, wodurch wirksame Brenngläser hervorgebrachtwerden könnten, giebt er an, man solle zwischen das Brennglasund den Brennglas eine zweite Linse setzen und so die Strahlennochmals brechen. In den Act. Erudit. Mensis Augusti 1696, pag. 345:
') Gerhardt: „Leibnizcns mathematische Schriften”. Band IV, pag. 511-Brief an Leibuiz, datirt: „Kiesslingswalda d. 13. Januar 1G‘J3”.
2 ) Daselbst, pag. 513.