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Lebensbeschreibung des Ehrenfr. Walther v. Tschirnhaus auf Kiesslingswalde und Würdigung seiner Verdienste : mit einem Vorwort über Prof. J.A. Grunert als Preisrichter / von Dr. Hermann Weissenborn
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§. 11. Seine Brenngläser.

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mit welchen Leibniz einen Brief sehliesst, welchen Gerhardt yor denJuli 1682 gestellt hat; es sind diese 1 ): „Pulcherrima sunt quae despeculis concavis cupreis communicasti, quae aliquando penitus in-telligere gratissimum erit”. Wie inan sieht, wendet hier TsehirnhausKupfer an, statt, wie früher, Holz belegt mit Glastafeln. Ebensoberichtet derselbe in den Act. Erudit. Mensis Januarii 1687, pag. 52:»Helatio de insignibus noyi cujusdam speculi ustorii effectibus, com-municata a D. T. in Litteris ad N”, er habe sich in der Lausitzeinen Brennspiegel aus Kupfer verfertigen lassen, der einen, welcherin Paris für Geld zu sehen sei (also wohl nicht der in des KönigsBibliothek), und dessen Maasse er besitze, um beinahe f Leipziger(utribus pene octayis ulnae Lipsicae”) iibertroffe. Der Brennpunktsei zwei Ellen vom Spiegel entfernt, der grösste Bogen („arcus”)drei Ellen. Dabei sei er kaum doppelt so dick, als ein Messer-rücken, und desshalb leicht zu transportiren und anzufertigen. SeineWirkungen seien ungeheuer, wie Versuche ergeben haben, die imKugust und September 1686 angestellt worden sind. Es ist diesderselbe Brennspiegel, welchen Wolf an der oben (s. pag. 188, An-merkung 5)) angeführten Stelle rühmt. Von der Kraft dieses Spiegels^drd man sich nach Tschirnhausens Angaben einen Begriff machenkönnen: Holz, in den Brennpunkt gebracht, ist im Augenblicke mitJ lamme verbrannt und selbst durch starken Wind nicht gelöschtWorden; Wasser, in einem irdenen Gefasse in den Brennpunkt ge-bracht, hat sogleich angefangen zu kochen, und hineingeworfene Eiersind sogleich essbar geworden; eine Masse von Zinn oder Blei, dreiBaumen dick, ist sogleich in Tropfen geschmolzen; Kupfer, SilberU- s - W. sind ebenfalls geschmolzen, Sächsische Keichsthaler in fünf bissechs Minuten; Bimsstein ist in ein weisses durchsichtiges Glas ver-wandelt worden u. s. w. Er habe auch den Brennspiegel gegenüen Vollmond gerichtet, jedoch keine Wärme, wohl aber vermehrteHelligkeit im Brennpunkte wahrgenommen 2 ). Ferner schreibt Tschirn-kaus unter dom „8. Martii 1698” von Kiesslingswalda an Leibniz 3 ):»Endlich köndte auch mit wenigen meinen zustand gedencken, dochder Brieff ist über verhoffen zu lang gerahten, gedencke also rnittWenigen, dass nuhnmero in Kurtzen durch Hülfe Ihro Durchlauchty°n Pürstenberg, so ein Herr von ungemeinen herrlichen talent ist,Hi dem stände zu sein, was guttes pro pnblico zu effectuiren, wovondan und wan in Actis bericht geben werde; vorietzo werden Spiegelfabriciret, die in länge über 4 Leipziger Ellen und in der BreiteÜber 3 eilen halten, dergleichen Venedig und Frankreich nicht zu

) Gerhardt: „Lcibnizens mathematische Schriften”. Band IV, pag. 496.

2 ) In den Act. Erudit. Mensis Aprilis 1688, pag. 206, fügt Tsehirnhaus hinzu,

r habe mit diesem seinem Spiegel sogar Asbest zu Glas verbrannt, im Sommer® ® 9, im Winter in 12 Minuten. (Act. Erudit. Mensis Aprilis 1688, pag. 206:

») aralipomenon ad acta mensis Januarii 1687, pag. 52, de speculi cujusdam ustorii8 Wgularibus effectibus, exccrptum ex literis D. T.”

3 ) Gerhardt: „Leibnizens mathematische Schriften”. Band IV, pag. 533.