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Lebensbeschreibung des Ehrenfr. Walther v. Tschirnhaus auf Kiesslingswalde und Würdigung seiner Verdienste : mit einem Vorwort über Prof. J.A. Grunert als Preisrichter / von Dr. Hermann Weissenborn
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193
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§• 13. Seine Schleif- und Folinverke; Porzellan; Bechenmasehinc. 193

§• 13 .

Tscliirnhausens Schleif- und Polirwerke;die Erfindung des Porzellans; seine Rechenmaschine.

Dass Tschirnhaus zur Anfertigung seiner grossen Glässer sich be-sonderer Maschinen und Vorrichtungen bedient haben müsse, wirdbereits aus §.11 ersichtlich sein, und in der That scheint er seinAugenmerk hauptsächlich auf die Herstellung von Instrumenten ge-ric htet zu haben, durch deren Anwendung Gläser von grosser Schweregeschliffen und polirt wurden; welcher Art dieselben aber gewesen, darüber besitzen wir nur sehr spärliche Nachrichten. DennUur an einer Stelle, in dem bereits erwähnten (s. pag. 190) Auf-satze: Act. Erudit. Mensis Novcmbris 1691, pag. 517: „Singulariaeöeeta vitri caustici bipcdalis, quod omnia magno sumtu hactenuse^nstrueta specula ustoria yirtute superat, per D. T.” berichtetschirnhaus, dass er das daselbst beschriebene Linsenglas mittelstCIIlcr »von Wasser getriebenen” Maschine, welche Alles übertreffc,2u Stande gebracht habe. Sonst können wir nur aus den Erfolgen.uhhossen, dass seine Vorrichtungen ihrem Zwecke entsprachen und,^besondere für die damalige Zeit, Grosses leisteten. So schreibtbind laus in den Act. Erudit. Mensis Augusti 1696, pag. 345:1) T » ati ° s ’ n S u ^ ar is novaequae emendationis Artis Vitriariao, pervö i, • ^ S ' l ja 8- 1^0), er habe runde Glastafeln zu Stande gebracht11 beinahe 2 Fuss Durchmesser und einer Dicke von 2 Zoll; fernerl Vcx-convex-Gläser, deren Chorde eine Leipziger Elle lang gewesendie Dicke habe in der Mitte drei, am Ende einen Zoll betragen.• ,r habe, setzt er hinzu, dies Resultat erzielt auf eine von der ge-wöhnlichen Methode des Blasons verschiedene Weise. Er habe dahergehofft, noch grössere und dickere Glastafeln zu Stande zu bringen»sme perflatu ferrei tubi”, es habe sich aber kein Arbeiter dazuverstehen wollen, endlich habe es ein Kölner, Namens Fremel, über-nommen, und nach seinen Angaben, nach einigen misslungenenenersuchen, eine Glastafel von drei Fuss Grösse (vermuthlich Durch-messer) und vier Zoll Dicke zu Stande gebracht. „Ut proptereaeptandum foret”, setzt Tschirnhaus hinzu, „postquam haec res inermaniae officina vitriaria, non procul a celeberrima Saxonum Uni-versitate Wittenbergensi, foliciter inventa fuit, Principum magnorummistros conferre suam operam, ut opus, quod plurimum momentia et ad commercia promovenda, ulterius provehatur”. In einema ® a lze in den Act. Erudit. Mensis Decembris 1696, pag. 554:

”. ad. D. T. intimationem de emendatione artis vitriariae”

ird weiter berichtet, derselbe Frcmol habe bis jetzt zwei rundeastafeln verfertigt; die eine wiege zweihundert Pfund, habe einenarchmesser von sieben Viertel Ellen und eine Dicke von vierJollen, die andere sei dreihundert Pfund schwer, halte beinahe vierfuss im Durchmesser und sei fünf Zoll dick; letztere sei bei derneuliehen Leipziger Messe im Glasladen des genannten Künstlers

Weissenborn : Elirenfried Waltber von Tschirnhans.