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Encyklopädie der Forstwissenschaft / von G.W. von Wedekind
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Geschichte und Literatur.

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Die Forstwirthschaft machte im Vergleich zur zweiten Periode keine be-deutenden Fortschritte, nicht diejenigen, welche der steigende Holz- und Wald-werth und das Bedürfniß der fürstlichen Kassen mit sich brachten. Indessenso, wie wir bei Beginn der zweiten Periode die Forstwirthschaft aus Abschei-dung des Waldeigenthums hervorgehen sahen, zeigt sich denn doch, wie Betriebder Forstwirthschaft und Nothwendigkeit größerer Sorgfalt dabei zum Nach-denken darüber, znm Sammeln, Sichten und Ordnen von Ansichten undErfahrungen aus der Forstwirthschaft und für dieselbe anregten, somit dieAnfänge der Forstwissenschaft zn Wege brachten. Wir finden diese in denersten ausschließlich oder größtenthcils der Forstwirthschaft gewidmeten Druck-schriften, namentlich in des Oberberghauptmanns Hans Karl von Carlowitz,Leipzig 1713 zuerst herausgekommenen, Kzdvioultura ooeonvinioa (hauptsächlichSaat und Pflanzung von Wäldern betreffend), in H. W. Döbel's neuer-öffneter Jäger-Practica oder vollständiger Anweisung znr hohen und niederenJagdwisscnschaft, Leipzig 1746", in W. G. Moser's Grundsätzen der Forst-ökonomie, Leipzig 1757. War auch Letzterer weder Forstmann, noch Natur-kundiger, so erscheint doch sein Werk als das erste, welches die ganze Forst-wissenschaft nach ihrem damaligen Zustande umfaßt. I. G. Beckmann,zwar dem Cameralisteu Moser an allgemeiner Schulbildung nachstehend, aberein erfahrner und selbstdenkender Forstmann von Fach, gab, Chemnitz 1756,heraus:gegründete Versuche und Erfahrungen von der in unserer Zeit höchstnöthigen Holzsaat", worin und in anderen Schriften desselben Verfassers(z. B. dessen Anweisung zu einer pfleglichen Forstwissenschaft, Chemnitz 1759)mehrseitig für Holzzncbt und Waldbchandluug, selbst Holzschätzung, zu besseremVerfahren der Weg gebahnt wurde.

Eine ergiebige Quelle wissenschaftlich begründeter Belehrungen eröffneteein Franzose, vullamkl du Llouooau, auch den Deutschen IN folgendensehr ausführlichen Werken: 1) In pllMguo dos arbros, karis 1758, 2) des86ipi8 et plantations des arbros ot do leur oulturo, Illiris 1760, 3) de I'ox-xloitation des bois, INi'is 1764, 4) du trausport des bois, INriz 1767.Oelhafen von Schöllenbach machte diese Werke durch seine Uebersetzung(Nürnberg 1762 1767) in Deutschland bekannter. Auch aus den Werkenvon Lulkou (schon von 1749 an), von Reauiuur und zumal von Vareimo deI'enille, welche die naturwissenschaftliche rc. Begründung der Forstwirthschastspecieller in's Auge faßten und die gleichzeitigen Forstschriftsteller Deutschlandsweit überragen, ist sogar noch jetzt Manches zn lernen. Diese französischenSchriftsteller blieben nicht ohne Einfluß auf Beförderung der Forstwissenschaftin Deutschland, sowie die von dem Minister Colbert contrasignirte Forstord-nung Ludwigs des Vierzehnten von Frankreich (Ordouuanoo da lloius XIV.pour Is8 oaux et lorots, douuäo au inois d'aoüt 1669), in ihrer Art fürihre Zeit ein Meisterwerk, welchem übrigens schon frühere Verordnungen,namentlich von Franz I., vorarbeiteten, in der forstlichen Gesetzgebung undOrganisation mehrerer deutschen Staaten theilweise znm Vorbilde diente.

Die vierte Periode, seit Beginnen der Forstwissenschaftbis zur Gegenwart, zählt noch kein Jahrhundert. Wie in der zweitenPeriode die Abschcidung des Waldcigenthums die Forstwirthschüft, diese inder dritten Periode die Forstwissenschaft möglich machte: so zeigt nun dievierte Periode die Forstwissenschaft in ihrer Einwirkung auf das Forstwesen,daher wir hier mit jener beginnen und mit diesem schließen.

Ein bedeutender Fortschritt zur wissenschaftlichen Begründung wurde schon17621767 durch die später mehrfach neu aufgelegten Schriften von Büch-