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Die Forstwissenschaft.
ting, Oettelt und Vierenklell gemacht, indem diese Männer die An-wendung der Mathematik auf Forstwissenschaft sich zur Aufgabe setzten. Daserste umfassendere wissenschaftliche Lehrgebäude stellte aber I. G. Gle-ditsch, Professor an der Königl. Forstlehranstalt zu Tegel bei Berlin, auf,in folgendem zu Berlin 1774 und 1775 herausgekommenen Werke: „Systema-tische Einleitung in die neuere aus ihren eigenthümlichen physikalisch-öko-nomischen Gründen hergeleitete Forstwissenschaft." Gleditsch starb 1786.Ihm folgten in Herausgabe von Lehrbüchern Succow (Jena 1776), Trunk(Freiburg 1788), von Burgsdorf (Berlin 1788) und mehrere Andere mitHerausgabe von Lehrbüchern, unter welchen von Burgsdorfs „Forsthandbuch"in jener Zeit das vollständigste, am meisten systematisch durchgeführt war.
Gegenwärtig sind am meisten im Gebrauch folgende Fvrstlehrbücher: 1) G. L.Hartig's Lehrbuch für Förster, achte Auflage, Stuttgart >840; 2) H. Cvtta'S Grundriß derForstwissenschaft, dritte Auflage, Dresden 1843, und dessen Anweisung zum Waldbau, 6. Anst,Dresden 1845; 3) Encyklopädie der Forstwissenschaft von Hund esh ageu, 4. Aufl., Tübingen1842; 4) Anleitung zur Behandlung, Bcmitzung und Schätzung der Forste von W. Pfeil,Berlin 1836—1840 (theilweise neue Auflage 1845).
Seit Beginn der vierten Periode ward die forstliche Literatur von Jahrzehntzu Jahrzehnt reicher, wie folgende Reihe der beiläufigen Anzahl ihrer Erzeugnissevon Jahrzehnt zu Jahrzehnt zeigt: 1751 — 1760 ^18; 1761 — 1770 — 52;1771 —1780 --70; 1781 — 1790^140; 1791— 1800--274; 1801 —1810 — 312; 1811 —1820^180 (Kriegsjahre); 1821 — 1830 294 u. s. f.
— Im Jahre 1763 begann die Herausgabe besonderer Zeitschriften fürForstkunde mit Stahl's allg. ökvnom. Forstmagazine (Frankfurt und Leipzig1763—1769), woran sich Franzmahdes' neues Forstmagazin (Erfurt 1776—1770)anreihte. Unter den folgenden nahmen von Moser's Forstarchiv (Ulm 1788
— 1796, fortgesetzt von Gatterer, 1796 — 1807) und Hundeshagen'sBeiträge zur gesummten Forstwissenschaft (Tübingen 1824—1833) eine vor-zügliche Stelle ein.
Unter den gegenwärtig erscheinenden Zeitschriften haben die meiste Verbreitung: i) allge-meine Forst- und Jagdzeitung, seit >825 herausgegeben von St. Behlen, seit 1846 vonv. Wedekind; 2) kritische Blätter für Forst- und Jagdwissenscbaft von Dr. W. Pfeil, seit 1823;3) neue Jahrbücher der Forstkunde von Frhru. v. Wedekind, seit 1828. Seit 1842 kommen zuParis heraus nunnles lursstiei-e«, eine gediegene und vielseitige Zeitschrift.
Die Betrachtung der Entwicklung der Wissenschaft führt in ihre einzelnenFächer, mit diesen über die uns hier gestatteten Sach- und Naumgreuzen undauch schon in das Innere der nach dieser Einleitung erst abzuhandelndenWissenschaft.
Die weiter oben erwähnten Amvendnungen der Mathematik erhielten durchSp äth (1797) und Hoßfeld (seit 1801) eine höhere Ausbildung und wurdenvon G. König in seiner Forstmathematik (1835, 1842) den praktischen Zweckenam besten angepaßt. Die Anwendung der Naturwissenschaften förderten durchihre Werke vorzüglich, für Physik Späth (1797), für Chemie Frenzel(1800), für Klimatologie, Bodenkunde und Geognosie Hund es Hagen (seit1821) und B. Cotta (1841, 1842); für Botanik Gleditsch, v. Burgs-dorf (1783), du Roi (schon 1772), Bechstein (schon 1798, dann 1810 rc.),Borkhausen (1800 rc.), Th. Hartig (seit 1830 rc.); für Zoologie Bech-stein (seit 1784), Ratzeburg (Insekten 1839 rc.) — Im Bereiche desWaldbaues trugen unter vielen Anderen zu den wissenschaftlichen Fortschritten,zum rationellen Betriebe der schlagweisen und der periodischen Hauung bei: derbereits erwähnte I. G. Beckmann (1756), Käplcr (schon 1764), vonZanthicr (1772), Brüel (Preisschrift 1786), G. L. Hartig (zuerst 1791),von Witzlebeu (1795), H. Cotta (als Lehrer 1795, Druckschrift über-