Von der SchlaAführmig.
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und zum Gedeihen der Nachzucht, sowie zum Schutze des Bodens vor Ver-wilderung und Entkrästung, erforderlichen Grad von Beschattung hervorzu-bringen, übrigens den Abtrieb der zuletzt noch stehenden Stämme, sobald siefür erwähnten Zweck entbehrlich sind, vollenden zu können. Hieraus erhellt,daß die anfängliche Stellung, die Stufenfolge der Aushiebe und der dadurchhervorgebrachten Stellungen („Nachhiebe"), sowie die Zeit vom „Anhieb" biszum schließlichen Abtriebe („Verjüngungszeitraum" genannt) sehr verschieden istnach der Eigenheit der Holzarten, dem Alter, bis zu welchem junge Pflanzennoch jenen Oberstandsschutz bedürfen (eigentlich selbst bei Buchen nicht über6 Jahre) und nach den Veränderungen, welche der Standort in dem Licht-,Schatten- und Schutz-Bedürfnisse der Holzart hervorbringt; daß ferner, nach-dem man auch darüber im Reinen ist, die Wahl der zu fällenden und dervorerst stehen zu lassenden Stämme eine verschiedene, je nach Verschiedenheitdes vorhandenen Bestands und der Nntzungsbedürfnisse, wird. Außer den vor-erwähnten Beweggründen des stufenweisen Abtriebs kommt auch der Gewinnan Ob erstand szuw achs dabei in Betracht.
Eine Erörterung dieses Moments habe ich geliefert in einer Abhandlung Seite S8 des 17.und specieller Seite 47 rc. des 27. Hefts meiner neuen Jahrbücher der Forgkunde.
2) Dem Anhieb geht, wenn nicht schon ohnedieß sich der Bestand ausnatürlicher Neigung zur Lichtstcllnng (wie z. B. meistens bei der Kiefer, nächst-dem bei der Eiche, Lärche und dgl. nach Nr. 2. des 8> 7.) oder aus andererVeranlassung in dieser Stellung findet, einige Jahre der „Vorbercitungshieb",d. h. eine mit Rücksicht auf die folgende Stellung des Besamungs- oderDunkehchlags verstärkte Durebforstung voraus, wobei so viel Stämme weg-kommen, daß die Sonne die Kronen und Neste vollständiger bescheint, zumergiebigeren Samentragen anregt und zwischen den mit den Zweigspitzen sichnoch berührenden Stämmen mehr Licht und Lust auf den Boden dringt, um,ohne starkes Austrocknen und Begünstigen von Gras- oder Unkräuterwuchs,doch seine Empfänglichkeit für die Besamung vorzubereiten.
3> Der eigentliche Anhieb erfolgt mit dem „Samen- oder Dnnkelstblag,"den man in neuerer Zeit lichter stellt, z. B. gewöhnlich bei Buchen und Weiß-tanncn so, daß die äußersten Spitzen der Zweige der stehen bleibenden Stämme4 bis 10 Fuß von einander entfernt sind, — bei Eiche und Fichten aus 10bis 15 bis 20, bei Kiefern auf 20 bis 35 Fuß Entfernung der Zweigendcnu. s. s. nach Lichtbcdürfniß und weiter Samcnverbrcitung der Holzart (m. s.Nr. 1. des §. 7.). In der Regel ist der Zweck, die Besamung durch natür-lichen Abfall von den Bäumen zu benutzen, hiermit verbunden, daher man soviel als möglich den Schlag nur in einem Samenjahre stellt und in diesem denBoden, je nach dessen mangelnder Empfänglichkeit vorbereitet, da auch hier dieallgemeinen Regeln des Holzanbaues (§. 16. u. 20.) gelten. Bei Holzarten,deren Samen eine stärkere Bedeckung zusagt, bewirkt man diese, wie die Vor-bereitung, durch angemessenen Schweinectntrieb, Umhacken u. dgl. War imSchlag schon Unterwuchs (Vorwuchs) vorhanden, so wird dieser in der Regel(Ausnahme z. B. in rauhen Gebirgslagen) weggenommen (der Schlag „reingestellt.") Bei Wechsel der Holzart, oder Beimengen einer anderen Holzart,Unfähigkeit zum Samentragen oder zu langem Ausbleiben desselben wird schonbeim Anhiebe oder vor dem Nachhiebe künstliche Saat oder Pflanzung kleinerPflanzen angewandt, beschränkt sich der Zweck der Schlagstellung also auf dendes Schutzes vor Frost, vor starkem Lichte, vor Dürre und auf den des Zu-rückhaltens zu starken Graswucksses rc. <M. vgl. Nr. 2. des §. 16.)
4) Ist auf vorerwähnte Weise der Boden mit einer neuen Waldgeneration