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Encyklopädie der Forstwissenschaft / von G.W. von Wedekind
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Die Forstwissenschaft.

Weidegenuß den Berechtigten minder wichtig wird und sie später entweder frei-willig darauf verzichten oder mit einer geringeren Entschädigung sich begnügen.

Man sehe: a) Anleitung zur Ablösung der Waldservitnten, von I>r. W. Pfeil. Berlin1828; b) Beitrag zur Lehre von Ablösung der Holz-, Streu- und Weideservituten, vonG. L. Hartig, Berlin 1829; c) Vorschläge zu Waldweide-Ablösungsgesctzen, von H Karl,Stuttgart 1841.

Dritte Abtheilung.

Von Ermittelung des Holzgehalts und Zuwachses der Waldbäume und

W a l d b e st ä n d c.

Die Kenntnisse dieser Abtheilung sind zwar bei Einrichtung und Schätzung der Waldungenvorzüglich nöthig; da aber die Fälle der Anwendung der sorglichen Stereometrie auchaußerdem beim Waldbaus und im laufenden Betriebe so häufig vorkommen, so eignen sie sichzu einer besonderen Abtheilung. Die besten Anleitungen hierzu sind: n) Hoßfeld's praktischeStereometrie, Leipzig 1812; !>) König's Forstmathematik, Gotha 1842; e) Smalian'sBeitrag zur Holzmcßksmitniß, Stralsund 1837.

§.67. Inhalt und Zuwachs einzelner Stämme.

1) Liegende Stämme werden zur Ermittelung ihres Holzgehalts unmit-telbar gemessen. Wenn der obere und untere Durchmesser ihres Schafts wenig,oder nur 1 Zoll von einander abweichen, so mißt mau die Stärke in der fak-tischen Mitte der Länge nnd berechnet den Schaft als Walze. Bei größererAbweichung mißt man den Schaft in so vielen Scctioncn, als die Vermeidungeines größeren Unterschiedes erfordert, berechnet jede Section für sich und findetin der Summe der Sectionen den Holzgchalt des Schafts. Zur Ersparungder besonderen Walzenberechnnng hat man Hülsstafeln, welche für gegebeneLänge nnd Stärke den Walzen- (Cylinder-) Inhalt angeben, wobei zu unter-scheiden ist, ob die Tafeln nach Decimal- oder Duodccimalmaaß berechnet sind.*) Aehnlich werden starke Aeste berechnet. Von Reis- und Stockholz ermit-telt man den Holzgehalt entweder, indem mau das absolute Gewicht von einemKubiksuß mit dem Gesammtgewicht multiplicirt, oder indem man das Holz inein mit Wasser gefülltes Gefäß eintaucht unch aus dem Bolumen des dadurchverdrängten Wassers auf den Holzgehalt schließt.

2) Auf ähnliche Weise wird der Masseninhalt bestimmter Maaße aufge-schichteten oder in Wellen gebundenen Holzes durch Wiegen oder Eintauchen ge-funden oder der Kubikinhalt des Scheit- und Prügelholzes vor dem Spaltenund Ausmachen ermittelt und von der znr Füllung eines Bcrkaussmaaßes erfor-derlichen Menge auf den Inhalt einer Klafter, eines Steckens rc. geschlossen.DießAusschichtuugsverhältniß" hat für die Praxis bedeutende Wichtigkeit;ebenso das durch dergleichen Beobachtungen und besser noch aus den Gesammt-ergebnissen der Schläge zu ermittelnde Verhältniß, in welchem der Holzgehalteines Stammes und eines Bestands aus Sortimenten zusammengesetzt ist.

3) Die Abschätzung stehender Stämme beruht aus denselben Regeln.Da aber in der Praxis nur die untere Stärke zu messen ist, so muß man ausdem an liegenden Stämmen ermittelten Verhältnisse des wirklichen Holzgehalts

*) Unter der sehr großen Menge solcher Tafeln heben wir hervor: n) Kubiktabellen fürgeschnittene, beschlagene und runde Hölzer, von G. L. Hartig, 5. Anfl., Berlin 1841;b> Tafeln znr Bestimmung des Jnbalts der runden Hölzer n. s f-, von H. Cotta, 3. Auch,Dresden 1838; o) Tafeln znr Bestimmung des Kubikinhalts der stehenden und der rundengefällten Ltämme, von G. A, Chr. Gieße, Leipzig 1844; 6) Hülft-tafcln zur Berechnungdes körperlichen Inhalts nnd des Werths des Ban- und Werkbolzes nach dem Decimalmaaße,Darmstadt bei Leske 1820; e) die Hülsstafeln bei König's Forstmalhematik, Gotha 1842.