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Encyklopädie der Forstwissenschaft / von G.W. von Wedekind
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71
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Von Ermittelung des Holzgehalts rc.

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eines Stammes von gleichem unterem Durchmesser und gleicher Höhe zu demCylinder- (Walzen-)Gehalt, auf den wirklichen Holzgehalt des betreffenden ste-henden Stamms schließen. Man nennt dieß Verhältniß daher „Reductions-verhältniß oder „Formzahl" oder „Walzensatz" oder „Verhältniß der Voll-holzigkeit („Ausbauchung," wenn man den Kegel zur Normalvergleichsgrößewählt) und unterscheidet, je nachdem es bloß den Schaft- oder ganzen Baum-inhalt angibt, „Schaft-" oder „Baumwalzensatz". Die Ausmittelung dieserVerhältnisse erfordert Versuche, die man am sichersten an gefällten Probe-stämmen des nämlichen oder möglichst ähnlichen Bestands anstellt, wo danndurch Division des aus Mnltiplicativn der unteren Kreisfläche und der Höhesich ergebenden Walzengehalts in die genau ermittelte Holzgehaltsgröße desProbestammes der Quotient jenes Verhältniß oder jenen „Satz" angibt.

Man hat über die vorerwähnten Verhältnisse Hülfstaseln aus den Ergebnissen der ange-stellten Versuche berechnet, deren Anwendung viele Vorsicht erheischt und meistens nur beiüberschläglichen Taxationen brauchbar sind. Am zuverlässigsten sind folgende bei der Anwendungim Großen: „Masscntafeln znr Bestimmung des Inhalts der vorzüglichsten deutschen Waldbäume,bearbeitet im K. Baier. Forstcinrichtnngsbnrean. München 184»."

4) Zum Messen der Stärken dienen „Klupen" oder „Meßbänder" ver-schiedener Einrichtung und mit einer Eintheilung, wobei neben den Durchmesser-auch die Umfangs- und Kreisflächen-Zahlen stehen. — Um die Höhe stehen-der Stämme zu messen, hat man mannigfach construirte, meistens aus die Lehrevon der Aehnlichkeit der Dreiecke gegründete Werkzeuge, „Höhenmesser" oder„Dendrometer" genannt, deren Anwendung in der Praxis aber meistens durchgeübtes, jedoch von Zeit zu Zeit durch wirkliche Messung zu prüfendes Augen-maaß ersetzt wird.

5) Der Zuwachs besteht in dem Mehrbeträge des Holzgehalts, den einStamm oder Bestand nach einer gewisse» Zeit hat, im Vergleich zu einer frü-heren Zeit. Man unterscheidet laufend jährlichen, periodischen, den jährlichenDurchschnittszuwachs von einer Zahl Jahre oder einem ganzen Alter, je nach-dem man jenen Mehrbetrag auf den Unterschied zweier angrenzenden Alters-jahre, oder auf den einer Reihe von Jahren oder auf den Quotienten bezieht,welchen der Holzgchalt dividirt durch die betreffende Zahl Jahre oder dasganze Alter ergibt. — Dividirt man den ganzen Holzgehalt in den Zuwachs(und zwar ist hier in der Regel der laufend jährliche verstanden), so erhältman in den Decimalstellen des Quotienten das sogenannte Zuwachs-Pro-cent, welches zu interessanten Verglcichnngen mit den Zinsen eines Gcldkapi-tals Stoff darbietet. *) — Die Elemente zn den Zuwachsgrößen erhält manan liegenden Stämmen, indem man die Stärke und Höhe, welche sie vorder Anzahl Jahre hatten, für die man den Zuwachs erforschen will, ebenfallsmißt und darnach deren Kubikinhalt vor jener Anzahl Jahre berechnet, entwederdurch scctionsweise Analyse oder nach dem Verhältnisse, in welchen die jetzigenDimensionen zn dem nach (1) ermittelten Holzgehalte stehen. Die Jahrringe(in. s. §. 6. Nr. 2.) und beim Nadclholze überdicß die Jahrestriebe (Quirle)geben die Möglichkeit, das Alter jener Zahl Jahre am Stamme selbst zu zählen.— An stehenden Stämmen wird der Zuwachs entweder aus der Stärke derJahrringe, die man an eingchaucnen Kerben mißt, mittelst Verhältnißzahlenabgeleitet oder durch späteres Messen und Vergleichung des hieraus berechnetenKubikinhalts mit demjenigen, den eine frühere Messung ergab, ausgemittelt.

) Man sehe meine Abhandlungen hierüber im 12., 13. und 14. Hefte meiner Jahrbücher.