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Encyklopädie der Forstwissenschaft / von G.W. von Wedekind
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Die Forstwissenschaft.

§.68. Inhalt und Zuwachs eines ga nzen B estands.

1) Der Inhalt eines ganzen Bestands wird am genauesten gefunden, in-dem man den Inhalt jedes Stammes desselben nach §. 67. ausmittelt unddiese Holzgehalte addirt. Es ist dieß dieAuszählung mit specieller Ermit-telung jedes Stamms." Letztere kann durch Abschätzung nach dem Augenmaßeabgekürzt, dann aber nur bei hohem Grade von Uebung und immerhin nur fürden Zweck eines beiläufigen Ueberschlags hinreichend werden.

2) Die große Umständlichkeit und länger erforderliche Zeit von (1) hatzur Auszählung nach Klassen geführt. Man klassistcirt n) entweder die vor-handenen Stämme nach Hohen und mißt blos die Stärke jedes Stamms oderb) nach Stärken und ermittelt die Höhe jedes Stamms oder e) classistcirtnach der Stärke mit Unterstellung einer gemeinschaftlichen Hohe, oder cl) nachder Stärke und der Höhe oder o) nach dem Gcsammtinhalte in Knbikfnß oderin Klaftern. Das Verfahren (n) vereinbart für die meisten Fälle am meistenGenauigkeit mit Kürze, indem man die sogleich in Qnadratsuß und Theilenderselben ausgedrückten Stärken in die Spalte der Höhenklasse einträgt, siesummirt, mit der Größe der Höhenklasse und das Produkt mit der Neduktions-zahl (Nr. 3. des §. 67.) mnltiplicirt und diese Partialprvdukte addirt. Ein-zelne sehr abweichende Stämme werden nach (1) oder (2) ck oder v ausge-mittelt.

3) Wenn ein größerer Bestand sehr gleichmäßig ist, so kann man sich

darauf beschränken, einen Theil desselben, von welchem auf den ganzen Bestandgeschlossen werden kann, nach (2) anszumitteln. Dieser Theil bis hjg

der ganzen Fläche) heißtProbefläche" oderProbestreifen." Die Mul-tiplication seines auf die Einheit des Flächenmaßes reducirten Holzgehaltes mitder correspondircnden Gesammtfläche ergibt den Gesammtholzgehalt. Dieß Ver-fahren führt zu größerer Genauigkeit, wenn man die betreffende Bcstandsflächein Abtheilungen bringt und es für jede derselben besonders anwendet.Statt die Stämme auf der Probefläche stehend zu messen, fällt man dassämmtliche darauf stehende Holz, wenn dieses »och sehr sung und von schwäche-ren Dimensionen ist, wozu dann eine viel kleinere Fläche hinreicht. Das Mas-senergebniß dieser Probefällung wird gewöhnlich nach Aufarbeitung in Verkaufs-maße, aus dem aus Nr. 1. u. 2. des §. 67. und Nr. 1. dieses §. erhellendenWege ausgemittelt. Ucberhaupt gilt die Regel, daß die Probefläche destokleiner sein kann, je größer die Stammzahl auf dem Morgen und je gleich-artiger der Bestand ist.

4) Eine Verbindung von (2) und (3) tritt ein, wenn man zwar dieStammzahl des ganzen Bestands zählt, jedoch nur von einer aus einem Probe-streifen stehenden Zahl den Holzgehalt ausmittelt und den Holzgehaltsquvticnteneines Stamms dieses Streifens mit der Gesamuitstammzahl mnltiplicirt. Jenach Verschiedenheit des Bestands können noch verschiedene Combinationen vonVerfahrensarten stattfinden. Am meisten Vorsicht heischt die Ausmittelnng derProbcstämme (Nr. 3. des §. 67.), damit sie das stercometrisch maßgebendeMittel der zum Grund zu legenden Normalverhältnisse in sich begreifen, eineVorsicht, welche durch Rechnungscombinationen geleitet werden kann.

5) Ein weiterer Schritt zur Abkürzung des Verfahrens besteht in derAnwendung von Vergleichsgrößen, indem man nämlich die anderweitig beiähnlichem Bestände gefundenen Holzgehaltsergebnisse für eine Einheit desFlächenmaßes zum Maßstab nimmt, eine Abkürzung, deren passende Anwen-dung schon mehr Uebung und Erfahrung erheischt. ^

6) Der Zuwachs eines ganzen Bestands wird ausgemittelt, indem man