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Encyklopädie der Forstwissenschaft / von G.W. von Wedekind
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Die Forstwissenschaft.

Bodcnwerthe. Letzterer hängt bei eigener Benutzung von den für dieselbe gel-tenden Einnahme- und Ausgabe-Prämissen und bei beabsichtigtem Verkaufe vonden örtlichen Verkaufspreisen des Grundeigenthums gleicher Güte oder demWerthe, den es für den Käufer haben wird, ab. Wenn aber auch die möglichealsbaldige Versilberung des Holzvorraths nicht beabsichtigt wird, so thut mandoch wohl, die Werthsberechnung auch für diesen Fall auszustellen und derenErgebniß mit dem Werthe zu vergleichen, welchen die Berechnung für den Fallder Beibehaltung des Holzbestandes rc. ergibt. Erreicht letzterer Werth denersteren (ein sehr seltener Fall), so deckt die beabsichtigte weitere forstwirthschaft-kiche Benutzung zugleich die Zinsen des Boden- und des Materialkapitals.

3) Der Werth eines Stück Waldbodcns ist verschieden, je nachdem maues für sich betrachtet oder in Verbindung mit einem Wirthschaftsganzen (Nr.3. des K. 71.), es sei Blöße oder bestanden, u) Bei Berechnung eines fürsich bestehenden Stück WaldbodenS sind die Werthe der Einnahmen und Aus-gaben je nach der Zeit ihres Eintritts nach 75. und 76. zu berechnen undwird diese Berechnung für die meisten Fälle sehr abgekürzt, wenn man sie zu-erst alle auf den gemeinschaftlichen Endtermin des Umtriebs berechnet, dannderen Summe als ein nach so viel Jahren, als die Umtriebszeit Jahre zählt,wiederkehrende Einnahme behandelt. Ist das Stück Waldboden Blöße, so än-dert dieß im Verfahren nichts, sondern nur in den Zeiten der Realisirung derEinnahmen und Ausgaben, indem erstere später, z. B. die Kulturausgabe frü-her eintritt. k>) Hat das für sich bestehende Waldstück einen eigenen Umlaufder Nutzung oder handelt es sich von einem Wirthschaftsganzen, so werden dieWerthe' der nach (1) dieses H. stattfindenden Einnahmen und Ausgaben aufden Grund eines Hauptwirthschaftsplans nach Nr. 3. des §. 77. berechnet, e) Willman den besonderen Werth eines Stücks eines Wirthschaftsganzen wissen, sei es,Laß es davon getrennt oder damit vereinigt werden soll, so berechnet man denWerth des Ganzen einmal mit, dann ohne das fragliche Stück; die Differenzbeider Werthe gibt den Werth des Stücks. Statt dieses meistens zu umständ-lichen Verfahrens kann man zu beiläufiger Bemessung des Werths aus kürzeremWege gelangen, z. B. für eine Blöße, welche alsbald in Kultur gebracht wird,die Hälfte des Durchschnittsertrags eines Morgens des Wirthschastsganzen zuGrunde legen u. s. s.

4) Der Durchschnittswerth einer Einheit des Flächenmaßes, z. B. einesMorgens, wird gefunden durch Division der Morgenzahl in die Wcrthssummedes betreffenden Wirthschastsganzen; umgekehrt durch Multiplication des erste-ren mit der Morgenzahl die Werthssumme des Ganzen. Auf letzterem Wegeläßt sich der Werth bei genügend zuverläßigen Werthsansätzeu oder nack vor-heriger Combination des Werths eines Morgens eines Wirthschastsganzen amschnellsten veranschlagen.

5) Die Nutzanwendung tritt bei Kauf und Tausch von Wäldern, bei neuenWaldanlagen, bei Theilung von Waldungen, bei Ablösung von Berechtigungendurch Waldstücke, ein. In letzterem Falle wird der Werth der Berechtigungvorher nach §. 77. ermittelt und dann nach diesem §. 78. gewürdigt, wie vielWald an den bestimmten Orten zur genügenden Entschädigung für die Berech-tigung abzutreten ist.

Wir haben im Vorhergehenden nur in dürftigen Umrissen andeuten können, wie wir dieDisciplin der Waldwerthsberechnung bei genügendem Raume abhandeln würden. Der Leser,welcher die übrigen Theile dieser Encyklopädie sich aneignet, wirb übrigens auch schon aus dengegebenen Andeutungen die Einzelheiten des Verfahrens und der Nutzanwendung folgern können.Die Literatur der Werthsberccknung ist sehr reich; wir cmpscbicn insbesondere: t) „Werthsbe-stimmung der einzelnen Waldproducte, ganzer Wälder und der Waldservituten nebst Ausgleichung