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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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258 Claſſ XXXII. Vom Wein nd Bier.

2. Macht das Hinn gut/ und reiniget daſſelbige.3. Bringt die Sinnberaubtenwieder zurecht.

II. Vom Bier.

Ob man wol inden Weinlaͤndern/ abſonderlich in Francken/ Wuͤrtem-berger⸗Land/ am Rhein und Moſel⸗ſtrohm das Bier nicht ſonderlich achtet/ in-deme der Wein wolfeil/ und man die Fruͤchte/ ſo zu dem Bierbraͤuen oder Sie-den erfordert wird/ beſſer mit Nutzen anwenden kan; ſo iſt jedoch bey einer wol-beſtellten Haußhaltung auch nuͤtzlich und eoͤblich/ daß man nicht allein einen gu-ten Trunck Bier zur Luſt/ und dann auch zur Artzney dienlich haben moͤge: wol-jen derowegen dem Hauß⸗vatter unſers Meyerhofes auch etwas weniges dar-von anzeigen/ nemlich: 8

I. Wie man allerhand gut Gewurtz⸗und Kraͤuter⸗Biermachen ſolle.I11. Wie man dem abgefallenen Bier helffen ſolle.

I. Die gewuͤrtzte Bierbetreffend: So hat der Hauß⸗Vatter vor-hero zu wiſſen/ daß man das Vier nicht allein wegen des Geſchmacks/ ſondernauch der Geſundheit halber wuͤrtzet; Dann auff ſolche Weiſe kan man den je-nigen/ ſo der Artzney nicht gewohnet/ felbigefuͤglicher beybringen/ thut demMagen weniger Schaden/ als ſonſten die Artzney/ und erwecket keinen Unwil-

en.

Es iſt aber darbey zu wiſſen/ daß die gewurtzte und mit Kraͤuter gemach-te Bier im Leib des Menſchen wol alterniren aber weniger nutriren/ als dieſchlechte Bier/ ſeynd derowegen mehr füͤr eine Artzney als nehrenden Tranck zu

ſebrauchen.

3 Man ſolle aber die gewuͤrtzte und Kraͤuter⸗Bier nur im Fall der Noth/ undnicht toͤglich trincken.

Wie man aber das Bier wůrtzen ſolle/ iſt ſolches faſt maͤnniglich bekand/darbey hat man nurdieſes in acht zu nehmen/ daß man die Kraͤuter/ Wurtzeln/Blumen oder Samen/ ſo man darzu gebrauchen will/ zuvor fein ſauber undrein machen/ auch waſchen ſolle; dann wann ſie nicht důͤrt/ und noch gruͤn ſeynd/ſo verdirbt das Bier darvon.

1. Vom Wermuth⸗Bier.

Man aimt ein oderetliche Handvoll Wermuth⸗Kraut/ wann daſſelbigeſamt ſeiner Bluͤhe vollkommen/ duͤrr und trocken/ nach beliehen/ ſie nachdememan des Biersviel oder wenig machen will/ laͤſt ſelbiges im Braͤu⸗Keſſelmitſieden; Oder aber/ haͤngt es nur in das Bier in einem Saͤcklein. 8

Die-