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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſf. XXXIII. Vom Bierbraͤuenoder Sieden. 865

ꝛyDer Hopffen ſolle auch recht und lang genug im Bierbraͤuen geſottenwerden/ und 2 hierinnen die gantze Kunſt des Bierſiedens: Nn⸗ manderowegenfleiſſig Achtung darauff eben/ daß man den Hopffen nicht zu we-nig/ auch nicht zulang ſieden laͤſſet; Dann/ von gar zu vielem Sieden verliereter ſeine natuͤrliche Krafft. Ins gemein aber/ wirdder Hopffen;wooder dreyStunden lang geſotten..Obdas Maltz gute Erkennet man daraus/ wann man die Koͤrner/ſofein dick und müͤrb/ entzwey druckt oder beiſſet/ ſoſie inwendig voll ſchoͤnesMeels ſeynd. Hingegen/ wann die Koͤrner hart/ und inwendigkein Meelhaben/ſo iſt es nicht gut zum Bierbraͤuen; Dann/ ſie haben keine Krafft/ noch Meel/ſondern ſeynd 8 harte Schalen/ ſo mehrfuͤr die Schweine/ dann zum Vier-raͤuen dienlich ·braͤu Das Malt doͤrret man auff geflochtenen Huͤrten/ oder durchbohrtenBre

rettern.

Maltz/ ſo uͤbel gekaͤumet/ oder ſchimlicht worden/ ſolle man nicht zumHerren⸗bier nehmen. G

Wann das Bier nicht gaͤhren will/ ſothut man ein gutes Stuͤck Alaundarein/ je nachdem des Biers viel oder wenigiſt. Den Alaun zerſtoͤſſet man/ thutdenſelbigen in ein Geſchirr/ gieſſet darzu Bier; So bald es nun anfaͤnget zugaͤhren/ ſo gieſſet man ſolches in das Faß zu dem Bier/ ſoaͤhretes gewiß.

Die Kufen zum Braͤuen ſolle man zuvor mit Heu⸗Samen brůhen undaußwaſchen. 1b 1ehes

Nota. Anetlichen Orten/ wo man nicht viel Gerſtenhat/ ſo nimt man

an deren ſtatt nur halb ſo viel Korn oder Roggen; man mußaber das Korn einen Tag und Nacht im Waſſer einwei-chen und ligen laſſen/ hernach thut man ein jedes abſonderlich/nemlich die Gerſten allein/ und das Korn allein/ aͤſſet es miteinander mahlen. Das Bier hiervon wird aber im Sommerbald ſauer/ und haͤlt ſich nit ſo lang/ als das jenige/ ſo von eitelGerſten gemacht worden. Kan man derowegen auff demWinter ſolches am beſten thun.

II. Die Zeit des Bierbraͤuens betreffend/ ſo ſolle man gute Achtungauffdie Lufft geben/ daß dieſelbige wol temperirt ſeye: Nemlich/ nicht zu kalt/noch zu warm; Dann wann es zu kalt/ ſo gefrieret die Gerſte/ oder Frucht/ undwaͤchſet nicht wol aus. Iſt es aber zu warm/ ſo ſchlaͤget die Waͤrme in die Faͤſſer/und wirddas Bier gar bald ſauer.

Die beſte Zeit des Bierbraͤuens iſt gemeiniglich im Mertz/ und als-dann im Herbſt. Solle demnach unſer Hauß⸗Wirth umb dieſe Zeit ſo vielBuꝛrr im Vorrath machen laſſen/ als derſelbige beyder Haußhaltung diefer

Rrr rr Mege-