Claf XXXVI. Vom Diſtilliren.
C.L. A S.8, 1S KKZVom Diſtillieren.
Bzwar die Kunſt des Diſtillierens ſo gar gemein worden/ daß auch diegeringſten Leute zum Theil ſich unterſtehen/ von allerhand Kraͤutern/Wurtzeln/ und dergleichen/ Waſſer zubrennen/ dieſelbigen mit unter-ſchiedlichen Dingen zu vermengen/ hernach fuͤr ſonderbare Artzntyenausgeben/ und auch wol offt mit Betrugverkauffen.
Damit man aber eines fuͤr dem andern zuunterſcheiden wiſſe/ auch zurPræparation und Zurichtung der Artzney unſers Mayer⸗Hofes wir deroſelbi-gen nicht wol entbehrenkoͤnnen: Inſonderheit da man die Apothec nicht beyder Hand/ und im Fall der Noth ſolches im Vorrath haben moͤchte. Alswollen wirder embſig⸗und ſorgfaͤltigen Hauß⸗Mutter dieſes anbefehlen/ und/ſo viel muͤglich/ kurtze und deutliche Anweiſung thun/ das uͤbrige und uͤber-fluͤſſige andern beſſer wiſſenden hiemit anheim ſtellen/ und nichts vorgeſchrit-8* haben: Hat man derowegen auff nachfolgende Stuͤcke Achtung zu ge-
u:1. Was Diſtilliren ſey.
I1. Die Zeit des Diſtillirens.
III. He Se undzurichtung der
efen.IV. Die Præparatoria der Kraͤuter.V. v Obſexvationen bey Diſtillierung derWaſſer.VI. Die Materi/ ſo man diſtillieren will.VII. Die Verwahrung der diſtillierten SachenI. Diſtilliereniſt eigentlich nichts anders/ als daß man durch ſonderbareKunſt⸗Werckzeug und Huͤlffe des Feuers die Feuchtigkeiten aus allerhandDingen austreiben und ausziehen koͤnne; das ausgezogene aber inſauber Ge-faͤß ſamlen/ hernach ſelbiges zu allerhand Artzney nutzlich appliciren und ge-brauchen moͤge. Eben auch in ſolchem Verſtand/ wie man allerhand guteKraͤuter und Sachen durchs Feuer diſtillieren ſolle? ſchreiben wirder Hauß Mutter unſers Mayerhofes allein/ wollen im uͤbrigen/ was dasWoörtlein Diſtillieren anbelanget/ ſolches den Gelehrten in den Schulen uͤ-berlaſſen/ und uns nicht ferner darum bekuͤmmern.Es hat aber die Hauß⸗Mutter erſtlich zu wiſſen/ daß ſie den Unterſcheid
den jenigen/ was ſie zu diſtillierenin Willens/ und die Regierung des ge8g
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