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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſſ. XXXVI. Vom Diſtilliren. 877

recht wiſſe anzuſtellen; dann etliche Sachenerfordern ein helles groſſes Feuer:Andere aber nur gelindes Kohl⸗Feuerlein. Im Gegentheil/ etliche wollen nurdurch die Waͤrme der Sonnen/ warme Aſchen oder Sand/ Roß⸗Miſt/ war-mes Waſſer/ oder Dampff/ ungeloͤſchten Kalch/ und dergleichen zuwegen ge-bracht werden. 8

Damit man aber die Hitz und Waͤrme unterſcheiden moͤge/ hat man vor-nemlich viererley Staffeln oder Gradus derſelbigen in acht zu nehmen:

1. Der Erſte Gradoder Wuͤrckung der Waͤrme iſt lau; als wanndas Waſſer nur halb warm iſt. Oder/ wie der Dampffeines ſiedenden Waſſers/da iſt keine ſonderbare Gefahr zu beſorgen.

2. Der Andere Grad iſt etwas waͤrmer/ und kan man denſelbigenohne einigen Schaden wol erleiden zals wit eine warme Aſche.

3. Der Dritte Grad iſt ſehr heiß/ daß er auch kan ein Glied verletzen;Inſonderheit wie der heiſſe Sand zu ſeyn pflegt.

4. Der vierdte Grad iſt noch hefftiger/ alſo daß man denſelbigenkaum erleiden mag/ wie die Hitz im · Hammerſchlag.

Durch den erſten Grad kan und ſolle die Hauß⸗Mutter alle ſubtile undfeuchte Stücke/ als da ſeynd Blumen/ Kraͤuter/ Endivien/ Lattich/ ꝛc. unddergleichen brennen/ oder diſtillieren.

Durch den andern Gradkan ſie allerhand ſubtile und trockene Sachendiſtillieren; als da ſeynd vielerley wolriechende Sachen und Gewuͤrtz: inſon-derheit Zimmet⸗Rinden/ Naͤgelein/ Pfeffer/ Ingber: alſo auch etliche Kraͤuter/als: Salbey/ Wermuth/ und dergleichen.

Durch den dritten Grad ſolle dieſelbige alles/ was dick/ feiſt und ſafftig iſt/diſtilliereu; als da ſeynd vielerley Wurtzeln/ und anders mehr.

Durch den vierdten Grad aber werden nur allein die Metallen und Mine-ralien/ als da ſeynd Alaun/ Arſenie/ und dergleichen/ gebrennet.

II. Die Zeit des Diſtillirens anbelangend/ ſo hat die Hauß⸗Mutter die-

ſe allgemeine Regelin acht zu nehmen/ daß dieſelbige eine jede Materi ſolle di-

ſtillieren;inſonderheit was die Wurtzeln⸗Kraͤuter/ Blumen und Samen an-

belanget/ wann dieſelbigen ambeſten zeitig/ und wir bereits oben bey

Anordnung und Pflantzung der Gaͤrtengnugſame Machricht gegeben haben.

1. Blumen ſolle man diſtillieren/ wann ſie in thrervollkommenen Blů-

he und offen ſeynd; Es ſeyndaber die Roſen am raͤfftigſten/ wann ſie nochKnoͤpffe haben/ und erſt anfangen auffzugehen-

Die Caper⸗Blumen allein ſolle man nehmen/ wannſit noch Knoͤpffleinhaben/ und noch nicht auffgegangen. 1

Ins gemein aber werden alle Blumen ſonſten zur DiſtillirrungSſſſſ a ge-