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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Die Schule zu Sondrio.

1617.

In dieser nämlichen Sizung wurden die Klagen der Evangelischenim Vcltlin behandelt. Ihre Geistlichen bemerkten, daß seit der Visi-tation dev VcltlinS durch Philipp Archinto, Bischof zu Como, imJahre 1614 die Katholiken so anmaßend und trotzig geworden sein,daß einige ihrer Priester sich nicht scheuten, Dienstboten davon abzu-mahnen, künftig bei Evangelischen zu dienen. Dazu kam ein Anstand,der lange schon zu Sondrio obschwebte Die dortigen Protestantenwünschten ihre allzu enge Kirche in der Richtung gegen einen dem Erz-priester des Ortes, dessen Wohnung ebenfalls in der Rübe sich befand,gehörigen Weingarten zu erweitern. Der Erzpriester sezte die Einredeentgegen, der Grund und Boden sei kirchliches Gut und dürfe nichtveräußert werden. Da jezt nun die Katholiken den Einwand machten^nicht vorgeladen worden zu sein, begnügte sich der Bundstag für der-malen die alten, die Freiheit beider Konfessionen beschlageuden Gesezeund Verordnungen zu bestätigen. Auch die Jubliläe» und Jndulgen-tlc», deren Publikation ohne öfsent ichc Erlaubniß schon am 10. Jan.168t verboten worden war, wurden nunmehr von Neuem untersagt.

Endlich kam die Angelegenheit der zu Sondrio errichteten Schulezur Behandlung. Hauptsächlich wurde der Wunsch geäußert, daß da-selbst die italiänische Sprache gelehrt werden möchte, so wie daß hu-manitarische Studien stattfänden. Einige entgegnetcn, da doch denJesniten daselbst Lehrerstellen zu eröffnen nicht gestattet werde undschon im Jahre 1584 deßhalb ei» Auflans daselbst entstanden sei,müsse mau diesen Gedanken ganz fallen lassen. Andere wendeten ein,man könne füglich Lehrer beider Konfessionen zulassen, wie den» auchdie Kuratoren der Schule aus Gliedern beider Konfessionen bestünden.Zulezt beschloß die Mehrzahl das Gymnasium einzurichten, dazu aberkeineswegs öffentliche Einkünfte zu verwenden, sondern die AmtSleuteim Veltli» und in der Grafschaft k.läven anzuhalten, die Lehrer mireiner gewissen Summe Geldes aus den. Ihrige» zu besolden.

Als hierauf der Abschied über Bestätigung der alten VeltlinccStatuten vorgelegt wurde, schrieen viele Katholiken, derselbe seiheimlich und ohne Citation ber betroffenen Parthei erschlichen worden.Daraufhin berief der Kanzler nu Veltlin, Dr. Ant. Maria Paravieiu,weil der LandShauptmann rcformirt war, den Rath der Thalschast(Fiese Bezeichnung ist übrigens unrichtig, denn der Name ist Kongre-gation; auch pflegt der Rath zu Sondrio in Gegenwart des Lands-hauptmannS oder dessen Statthalters sich zu versammeln) nach Mor-