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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Aufbruch der Unterengadiner.

1618 . That schien auch die Mehrzahl der Bevölkerung im Untereugadin derParthei Rudolf Plantas anzugehören. Noch wurden Briefe bekannt,welche Lezterer während der Dauer der Synode zu Bergün, an einenGeistlichen daselbst, seinen Freund, geschrieben hatte und in welchendie Stelle vorkam: „o daß doch in den Bünden weder Laien nochPrädieanten wären, die von auswärtigen Fürsten sich Fahrgelderzahlen ließen." Diese Worte wurden von einigen Predigern so auf-gefaßt, als kenne Planta dieselben und müsse demnach sie auch nam-haft machen.

Mit eingehendem Heumonat erhob sich das ganze Volk von Unter-valtasna. Voran die Vettaner und Nemüser. Pfarrer der Lezterenwar Nicolaus Vulpius, Bruder Jacob Antons. Bei ihm war GeorgJenatsch von Samaden, Blasius und Bouaventura. Sie waren dieVordersten im Zuge und boten sich selbst als Pfand, daß es ihnen ge-lingen würde die spanischen Umtriebe aufzudecken. Im Jahre vorherwaren die Münsterthaler im Interesse Planta's aufgestanden; diesesJahr trat Joseph Dorta von Vulpera mit ihnen zu den Engadinernvon Untertasna über. Das versammelte Volk sandte übrigens sogleichMahnbriefe an alle Räthe und Gemeinden, in welchen es über dieunerträgliche Tirannei klagte, welche im Thale herrsche; Abstimmungenwürden verfälscht, Geseze und Statuten verdreht, die gesammte Ge-walt von Wenigen, ja von Einem allein an sich gerissen, welcher dazunoch unter dem Verwand der Justizpflege die Einwohner plündre.Zur Abhülfe dieser Uebel gebe es nur ein Mittel, — die Aufstellungeines Strafgerichts gegen die Fehlbaren.

Da nun Planta die Bevölkerung von Obtasna, welche ihn gegenjede Gewalt zu schüzen geschworen hatte, zu nichts zu bewegen ver-mochte, zogen die von Untervaltasna mit wehendem Fähnlein insOberengadin. Auf das Gerücht dieser Unruhen begaben sich die dreiHäupter Julius Meißen, Luzius Beli und Johannes Sprecher sofortins Engadin hinein und hörten sowohl das Volk au, als Planta,welcher sich mit einigen Oberengadinern, die er bei sich hatte, zuZernez in seiner Wohnung und dem damit zusammenhängenden Thurmebestens verschanzte. Planta versprach sich vor Gericht zu stellen undbot Bürgen an, aber mit denen von Untertasna und ihrer Fahne

-r Planta war dazumal Statut- oder Blutrichter. Unter dieser an-geblichen Plünderung ist wohl die Verhängnug von Geldbußen verstanden.