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Lautungen vor dem Morde.
berschiedenen Malen von allen Nachbarn gehört und auch am hellen 1620.Tage dreimal vernommen, wie mir später des öftern Joh. Ant. Mala-crida, Docter der Medizin und Philosophie, ein Katholik, versicherte.
Der Schreck und die Furcht warf übrigens jene beiden Wächter füreinige Tage auf's Krankenlager.
Zu Tirano wurde ein äknlicher Ton der großen Glocke des Kirch-khurms zu St. Marti» gehört. Der Podest« sandte seine Diener umnach dem Grunde zu forschen und man machte die Erfahrung, daßjedenfalls keine menschliche Hand dabei im Spiele gewesen sein konnte.
^ In dem Augenblicke als die Diener von, Thurme heimkehrten, erschollk anch die Glocke aus der Podcstatcrei. Die Einwohner zu Poyra (inz der Gemeinde Fusine) hatten während des Monats Mai von der dor-
- tige» Kapelle ans, des Nachts öfters einen sanften Gesang, später eine
j klagende Stimme gehört. Auf die Frage, ob sie denn früher niemals^-r' etwas diesem Aehnliches vernommen hätte», antwortete» sie, im Jahre1588, als eine ansteckende Krankheit im Veltlin wüthete, sei das-^
^ Gleiche vorgekommen. Auf der Podestaterei zu Morbegno sah mans während der lezten Weihnacht Feuerflammen gen Himmel steigen,j Sie wurde später der Schauplaz des Mordes an einigen Evangelischen,t Der 18. Juli mit der darauf folgenden Nacht lagerte mit schwerenSturm- und Regenwolken auf den Bünden und dem Veltlin.
Zu diesen Vorzeichen kamen noch verschiedene Warnungen hinzu,welche jene unbegreiflichen Vorfälle zu erkläre» und auszulegenschienen. Ein Puschlaver Bote, welcher nach Como wollte, traf un-weit der Brücke Tresenda auf Martin, Sohn des Kanzlers JohannAndreas de Puoz von Teglio. Im Laufe der Unterhaltung fragte derPuschlaver den Andern, wessen Religion er sei. Obschon ein Evan-gelischer, antwortete derselbe, er sei römisch katholisch. „Desto besser,war die Erwiederung, denn in wenigen Tagen wird man sehe», wie! es den Lutheranern in diesem Thäte ergeht. Eben darüber trage ich
> Briefe nach Como und Mailand." Der von Teglio theilte dieses in der
^ Nacht noch dem Podest« daselbst mit, welcher am folgenden Morgen
, in aller Frühe einen Diener sandte, um nachzusehen, ob der Puschlaver
' zufällig zu Tresettda übernachtet hätte. Er war aber bereits weiter
gezogen. Darauf hin schrieb der Podest« zu Eeglio an den Lands-hauptmann im Veltlin und an den Proveditor Joh. Travers und be-schrieb die Gestalt des Boten, mit dem Ersuchen, ihn auf dem Rück-wege aufzugreifen, — doch ließ er sich nirgends mehr blicken.