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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Warnungen, welche dem

1620 . Andreas Guicciardi, ein Evangelischer von Teglio, hatte Briefevon Johann Maria Paravicini von Ardenn, welcher zu Vacalli beiComo wohnte, an Jacob Robustello und Doctor Franciseo Venosta,Schlimmes ahnend, eröffnet. Sie enthielten in mysteriösen und demAnscheine nach bedeutungsvollen Worten die Erwähnung des Auf-standes. So bezeichnete Guicciardi dem Podest« von Teglio den In-halt, wollte jedoch diejenigen nicht nennen, an welche sie gerichtetwaren, denn Robustello und Docter Franeisco und die Mutter desgedachten Guicciardi waren Geschwisterkinder. Der Podest!,, ein um-sichtiger Mann, wollte ihn sofort dazu bewegen, für seine Angabe ein-zustehen, Guicciardi aber wendete ein, der Sinn jener Briefe sei sodunkel, daß er erst nach dem Morde verstanden werden könnte.

Clara Piperella, einst evangelisch und aus Cläven, hatte dieBlinde nach einem ziemlich ausschweifenden Leben verlasse» und warnach Mailand geflüchtet, wo sie im Hause des bereits oben erwähnte»Senators Papirio Cattaneo als Amme sich aufhielt. Von Liebe zude» Evangelischen bewogen, kam sie nach Normte und theilte dorteinigen evangelischen Clävnern mit, sie hätte im Hause ihres Herrnzu Mailand vernommen, daß in Kurzem (mau war im Monat Juni)alle Evangelischen im Veltljn und Cläven umgebracht werden sollten.Dieß wurde weiter dem Commissar zu Cläven, Domeuic Gulsin, undseinem Stellvertreter mitgetheilt. Auch mir, aber erst nach dem Morde,wurde von Seite meiner Gattin, Elisabeth de Sebregonzio, erzählt,daß während sie im verwichenen Monat Mai sich im väterlichen Hausezu Berbenno befand, ein gewisser Grasso aus dem Malenggerthal, dermit Leinwand und anderen Artikeln hausirte, z» jbrer Stiefmutter ge-kommen sei, und zum Einkaufen ermunternd, aus ihre Bemerkungwozu sie jezt, wo überall nur'von Krieg die Rede, Ankäufe machensolle, geantwortet hätte: „Dieser Krieg wird nur kurze Zeit dauernund ist nur gegen Euch, Evangelische, gerichtet/' Dieß sagte er mitlachendem Munde und Niemand achtete auf seine Rede. Als wenigeTage vor dem Morde, zu Cläven auf Befehl der Obrigkeit die Waffenvon Haus z» Hans gemustert wurden, damit Jedermann bereit wäreund zu diesem Zwecke Ferdinand Pestalozzi iu das Haus FrancescoPestalozzi's, eines Evangelischen, kam, äußerte er zu Clara Pellizaria,Francesco's Gattin und zu der Mennigen, welche von, Kriege sprachen,lächelnd die Worte: „Ich glaube man will Euch Evangelische um-,bringen." Da dieser Mann aber als eitler Schwäzer hinreichend