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Mord zu Tirano.
1620. auf und drangen von dieser Seite in's Schlafzimmer, indem sie dieZul.19. Diele aufrissen. Hier wurde Enderlin erschossen, auf die Straßegeworfen und so mit Füßen getreten, daß man ihn nicht mehr zuerkennen vermochte. Mittelst eines um seinen Hals geschlungenenStrickes schleppte man ihn dann zur Adda, begrub ihn jedoch leztlichmit den Uebrigen. Im gleichen Hanse, wo Podests Enderlin sich be-fand, wurde auch Joh. Monti, Sohn des Podest» Michael Monti zuPnschlav, von Ambrosia Barnfsini, des Wirths Sohn, einem nichts»würdigen Mensche» getödet. Willens Abends vorher noch heim zugehen, war er mit vielen Bitten von ihm überredet worden, überNacht zu bleiben. So fand er seinen Tod. Sein Leichnam wurde insWasser geworfen. Joh. Andrea Cattaneo, früherer Kanzler, wurdeverwundet, als er auf die Podestaterei eilen wollte. Von da zu seinerGattin Maria Robust.-lla, einer Base Nobnstells und des DoctorsFranceseo flüchtend, wurde er selbst auö ihren Armen gerissen, dochgelang es ihm abermals zu entfliehen und unter das Dach einesandern Hauses sich zu verstecken. Doch wurde er endlich auch hiervon den Meuchelmördern aufgefunden und aus der Höhe hinab aufdie Straße geworfen. Da er noch durch Athmen einen Lebensrestzeigte,, wurde er durch einen Schlag auf den Kopf getödet.
Anton v. Salis, Viear im Veltlin, sowie sein Stellvertreter,Doctor Marco Antonio Venosta und sein Diener Anton Kellerflüchteten Anfangs in das Hans des Milizhauptmanns Joh. JacobHomodeo, eines Katholiken, der ihnen auch gern das Leben erhaltenhätte, da er zum Blutbade sich weder unterschrieben hatte, noch unter-schreiben wollte und deßhalb auch später von Marco Antonio Venostavon Gross» ein Verräther am Veltlin genannt wurde. Kaum hattensich aber die Flüchtigen in seiner benachbarten Kelter versteckt, als sievon Claudio Venosta von Tirano (dessen Sohn vor einigen Jahrenvom Doctor Marco Antonio Venosta umgebracht worden war) seinenSöhnen und noch Anderen sofort aufgefunden und getödet wurden.
Als Antonio Lasso aus dem Puschlav, evangelischer Pfarrer zuTirano, den Lärm hörte, begab er sich mit Samuel Andreoscia, pro-testantischem Prediger zn Mello, in der Sgnader Trahona, welcherTags zuvor nach Tirano gekommen war, sowie in Begleitung einigerFrauen in das Haus des Teti Pergola, wo sie ihre Bitten zu Gottwandten. Sofort strömten die Meuchelmörder herbei, hießen dieWeiber aus dem Zimmer gehen und machten die Männer nieder.