184 Besezung des Münsterthals durch die Vandirten.
1620. gehörten, blieben ruhig zu Hause. Das Dörfchen Selva wurde voin28.Jul. Kriegsvolk in Brand gesteckt. Das gleiche Schicksal traf St. Mariaund seine Nachbarschaft Valeava, nachdem die Plünderung voraus-gegangen. Sieben Greise, welche nicht sofort durch die Flucht sich zuretten vermocht hatten, fanden ihren Tod. Während Planta im Hausedes Daniel Urs zu St. Maria tafelte, kam das Feuer so unerwartetschnell, Laß nur mit Mühe noch die Pferde aus den Ställen geführtwerdeu konnten. Aloys Baldiron aus dem Flemmer^ Thale, Triden-tiner Gebiets, gebürtig, war als kaiserlicher und der österreichischenHerzöge Generalkommissarius ebenfalls in's Münsterthal gekommen.Abends aber nach Täufers zurückgekehrt. Tausend Mann auserwäklterTiroler Truppe», unter der Anführung des Pflegers MarimilianHenli, lagerten sich am nämlichen Tage noch an der Grenze, welchezwischen Täufers und Münster sich befindet. Das Steiger'sche Volkaber lag in den Wiesen beim verbrannten Dorfe St. Maria. Plantaendlich schrieb in seinen! und seiner Genossen Namen an die Gemein-den des Engadins mit dem Begehren um freien Paß und ein unpar-theiisches Gericht. In Folge dessen wurden einige Boten zu ihm ab-gesandt. Einige Tage später schworen die Münsterthaler und dieNebligen, welche in der Thalschaft verblieben, dem römischen Kaiserauf die nämlichen Bedingungen wie die übrigen Tiroler, Treue. DenEid sagte ihnen Baldiron selbst vor.
Von diesem plözlichen Einfall benachrichtigt, sandte der Bundestagdrei Boten, Bartholomäus Cazin, Peter Jecklin von Hohenrealta undJohannes Bircher von Davos, an Baldiron und Planta mit bittererBeschwerde über den Einfall und den Bruch der Erbeinignng ohnevorhergegangene Kriegserklärnng. Baldiron gab zur Antwort, Plantaund die übrigen Verbannten begehrten, daß ihnen Recht und Gerech-tigkeit zu Theil würde. Das Nämliche bestätigte Planta. Als dannBaldiron später die Ankunft der Eidgenossen erfuhr und Furcht hegte,es möchten dieselben in's Münsterthal kommen, ließ er Entschuldi-gungen aller Art au den Bundstag gelangen und meinte unter An-dern!, er hätte die Münsterthaler lediglich deßhalb, weil sie von denBnnduern ganz verlassen gewesen, in kaiserlichen Schuz genommen,
ValUs blemmin im Original. Wahrscheinlich das bentigc Fleims-thal im Wälschtirol.
'3 Planta schrieb auch an die Hänvter selbst. Eine Eevie diesesSchreibens gibt Anhörn in seinem Pündtner Krieg.