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Rückzug nach Worms.
1620. Nachts lagerten sich die Unsrigen abermals zu Mazzo, wo Kriegs-1I.Sp.rath gehalten wurde. Hauptmann Binder's Meinung war, vor An-bruch des Tages wieder auf Tirano zu marschiren und den Feindwieder anzugreifen. Viele stimmten bei. Aber es herrschte der größte
Zürcher marschirten, und so blieben die Einen und die Andern unbe-weglich, zum großen Berdruß des Oberst Guter, der eS zu spät bereute,nicht bei seinem Schlachtbausen geblieben zu sein, so wie der Andern,die bei ihm waren und gerne darein geschlagen hätten, wenn die Uebrigensich gerührt haben würden.
Als die Feinde diese unsere heillose Unschlnssigkeit oder Halsstarrig-keit, daß kein Schlachthaufe vorrücken wollte, wenn er nicht sähe, daßauch der Andere sich bewege, bemerkten, faßte» sie wieder Muth, zumalda ihnen die Soldaten, welche Piatta mala vertheidigen sollten, zu Hülfekamen, indem ein PoSchiaver, der sie besuchte, ihnen die Versicherungs gab, sie hätten keinen Angriff zu besorgen, es werde sich Niemand be-
/ wegen. Mit dieser Verstärkung kehrten auch die Truppe», die schon
außerhalb des Fleckens waren, zurück, um die verlassenen Posten zuvertheidigen, doch war der des (obern) Thores stets von der gleichenAnzahl besezt geblieben. Der gute Oberst Girier aber war untröstlichdarüber, daß eine so vortheilbafte Gelegenheit wegen des Eigensinnes(cr>i>riclo) der bei seinem Schiachthanfen gelassenen Hauptlcnle, verlorenging.
Da nun der Posten beim Thore so zahlreiche Verstärkung erhielt undanfing Leute gegen uns zu entsenden, waren wir genöthigt, die erobertenFestungswerke zu verlassen und uns auf das Regiment von Zürich zurück-zuziehen, was mit ziemlich guter Ordnung, jedoch mit Hinteilassungeiniger Todten geschah. Eine Anzahl Musketiers machten einen Ausfall,um uns zu verfolgen, als man aber einige der Unseligen umwenden ließ,kehrten sie zurück.
So blieb man den übrigen Tag stehen; in der Dämmerung aberbegann man in aller Stille und ohne Geräusch den Rückzug gegen Sciniound von dort nach Mazzo, ohne von. Feinde verfolgt zu werde», wasein großes Glück für uns war, denn unter den Soldaten hatte sich eingewisser Schrecken verbreitet. Mazzo, wo man müde und niedergeschlagenanlangte und nichts zur Stillung des Hungers vorfand, verließ man(2/12. Sept.) früh Morgens mit geringer Ordnung, weil jeder der Erstezu Bormio sein wollte; vor andern eie armen Berner, welche ohne Waffenwaren. Es war kein Streit nm den Vortritt beim Rückzug. Es trafdie Herren von Zürich, die Nachhut zu machen (n t'nro In rttirntn) undzu zeigen, daß man den Feind nickt fürchte. Gott erlaubte nicht, daßdieser die unter uns herrschende Unordnung bemerkte. Nur wenige Reiterwurde» uns nachgeschickt, um unsere Haltung zu beobachten und diesetödcten einige Soldaten, die zurückgeblieben waren, nm Bente zu machen."