Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
205
JPEG-Download
 

Rückzug nach Worms.

205

Mangel au Schießpulver, Kugeln, Lunten und andern: Kriegsbedarf. 1620Ueberdieß hatte man viele Verwundete mit sich zu schleppen. 12. S

Samstags den 12. September auf dem Rückzüge nach Worms,wendete mau sich am Berge Martirolo auf die Seite, weil man dieBrücken auf der Landstraße durch die Einwohner abgebrochen glaubte.

Durch den Weg und die ausgestandenen Strapazen ermüdet, warfenauf dem Marsche Manche, um sich Erleichterung zu verschaffen, Klei-dungsstücke und Waffe» von sich. Die aufrührerischen Bauern suchtenvon den Höhen herab die Uusrigeu durch Flintenschüsse und Steine zuverwunden und raubten drei Pferde, darunter dasjenige des Haupt-manns Ulysses v. Salis'H; — nachdem aber einer von ihnen durcheinen Berner niedergeschossen worden, ergriffen die Uebrigen die Flucht.

Als man später erfuhr, daß die Brücke zu Grosso noch stand, bog mauwieder in die gewöhnliche Straße und langte auf geradem Weg dasThal herauf nach Worms.

Einige Engadiuer und auch Andere noch waren über Louero undf dem ob diesem Dorfe sich erhebenden Paß Durena nach Mono in ValCamouica gegangen, wo Hauptmann Antoine de la Riviere la Longue,ein Franzose, mit seiner Compagnie sich befand. Darauf hatten sieverschiedene Kriegsbedürfnisse, wie Schießpulver und Lunten aus denBerg Martirolo gesandt, damit es die Unseligen zu Mazzo von da be-ziehen könnten. Drei französische Soldaten aus jener Compagnie,welche vorausgingen, wurden aber von den Veltlinern auf dem Bergegefangen genommen und später nach Mailand abgeführt. Freitagsendlich langten über den Monte Gabia eilf Esel und vier Maul-

i >" Wie er selbst in seinem Berichte S. 214 erzählt, sollte er in der

f nämlichen Nacht, in weicher man zn Mazzo anlangte, Auftrags des Oberstl Kuler mit der Nachricht der Niederlage vor Tirano, an seinen Vater,Hercules v. Salis, welcher wie oben bemerkt, mit Konstantin Planianach Venedig verreist, abgehen. Er hatte dringend Hülfe an Mann-schaft, Lebensmitteln und Munition zn verlangen. Man gab ihm dreißigMusketiere mit, welche ihn bis auf die Höhe des Berges Mortirolo be-gleiten sollten, wo eine venetianische Wache (an der Grenze des vene-tianischen Val Camouica) stand. Kaum eine halbe Slnnde unterwegswurden sie von Bauern überfalle», welche hinter Bäumen und Felsenversteckt, auf sie schössen. Je weiter sie die Höhe hinaufstiegen, desto mehrbewaffnete Bauern wurden sichtbar, bis sie sich vor der Ueberzahl mitVerlurst einiger Leute wieder in's Thal hinab zurückziehen mußten.

"2 So im Original. Qnadrio schreibt Gavia und ebenso steht erauf der Karte.