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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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211
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Die öftere, Truppen an den Bündner Grenzen verstärkt, 2 t 1

Im Veltlin wütheten inzwischen die Einwohner auf eine schauder- 162 Vhafte Weise gegen die Leichname der Verstorbenen. Zu Sondrio,Berbcnn, Caspano und Trahona wurden sie aus der Erde gerissen,verbrannt und ihre Asche in's Wasser geworfen; zu Berbenn einigesogar von Hunden zerfleischt. Die Aufrührer geriethen auch jeztwieder, wie des Cadmus Brüder, über die Theilung der Beute mit-einander in Streit, So mordeten Joh. Jacob Paravicini und Anderezu Trahona den Kanzler Prosper Paravicini und seinen Bedienten,während Doctor Joh. Jacob Paribelli seinen eigenen Bruder Horatioerschoß. Auch zwischen den fremden Söldnern und den Einwohnernentstanden häufige Streitigkeiten. Anfangs October ginge» einigespanische Soldaten nach Brufio, um dort Heu z» holen, fanden abervon Seite der Bauern zu Brufio, welche es mit den Veltliner Auf-rührern hielten, heftige» Widerstand und verloren zwei Mann. Ueber-dieß wurden Mehrere verwundet. Anderseits ließ die Gegenpartheiebenfalls eine» auf dem Plaze. Wenig hätte gefehlt, so wäre vonJoh. d'Origliana das Dorf delle Cellende deßhalb eingeäschert worden.

Die spanischen Soldaten, welche zu Riva di Mezzola lagen, brachenin Val Codera ein, wurden jedoch von den Bauern in die Fluchtgejagt und verloren einen Mann, von welchem die Bauern ein abge-schnittenes Ohr im Triumpf nach Cläve» brachten.

Die Prättigauer schwebten in der Furcht, daß die vom obernBunde, wie bereits das Gerücht sich verbreitet hatte, die HerrschaftMaienfeld und die vier Dörfer besezen würden. Doch waren es dieevangelische» Eidgenossen, welche auf dem Rückzug aus dem Engadinim Monat October auf ihrem Gebiete ein Lager bezogen und zwardie Berner bei Jgis und Zizers, während die Zürcher die HerrschaftMaienfeld besezten und gleichzeitig den Paß über den St. Luziensteighüteten.

Inzwischen langten zu dem österreichischen Volk, welches bereitsan der Grenze lag, noch tausend Mann auserlesene Truppen an,welche Graf Paris Ladron, Erzbischof zu Salzburg, sandte. IhrMajor war Joseph Ciurletto, Hanptleute Johann Ballion und Joh.Kaiser. Einige davon lagerten zu Nauders. Zu Aguella, unweitFinstermünz, beschäftigten sich die Oesterreicher mit Aushau einesgroßen Waldes (der Abzug der Eidgenossen aus dem Engadin hatteihnen den Muth dazu verliehen); wobei das Salzburger Volk denArbeitern als Schuzwache diente.